Laut Beschluss der
Jahreshauptversammlung am 27. Februar 1955 wurde die Funktion des Schachwartes
nur auf die Freundschaftskämpfe, auf die Verbandsmannschaftskämpfe,
auf Simultankämpfe mit dem Hamburger Schachmeister, und zur Vertretung
unserer Interessen im Hamburger Schachverband beschränkt. Die internen
Klubturnier wurden vom Spielausschuss übernommen und durchgeführt.
Die angestiegene Mitgliederzahl machte dieses zur Bedingung, und es soll
auch nur über die unter Führung des Schachwartes abgewickelten
Kämpfe in diesem berichtet werden.
Als Auftakt zu den Verbandsmannschaftskämpfen
1955 wurde am Sonntag, den 16. Januar, ein Freundschaftskampf Marmstorf
gegen Winsen/Luhe gestartet. Es wurde an zwölf Brettern gespielt.
In dieser 3. Begegnung konnte der Schachverein Winsen zum erstenmal einen
Sieg über den Schachklub Marmstorf erringen.
Schachklub Marmstorf 4 Pkt. - Schachverein
Winsen 8 Pkt.
Vom Schachklub Marmstorf wurden nicht
nur die Spitzenspieler, sondern auch Mitglieder aus der 2. + 3. Gruppe
eingesetzt.
Die Hamburger Verbandsmannschaftskämpfe
wurden ungewöhnlich spät im März 55 angesetzt und waren
erst im Juni 55 beendet. Von der Marmstorfer Schachklubführung wurden
hiergegen in einer Verbandssitzung Protest erhoben und beschlossen, unsere
Verbandsmannschaftskämpfe in der A-Klasse in Zukunft nicht mehr nach
den Interessen der Hamburger Großvereine auszurichten.
Im Nachfolgenden die einzelnen Verbandsmannschaftskämpfe
der A-Klasse und ihre Ergebnisse für den Schachklub Marmstorf:
Der Sportverein Concordia hat sich
nach nur einjährigem Aufenthalt in der A-Klasse den Aufstieg in die
Liga erkämpft. Schachverein Finkenwerder muss zur B-Klasse absteigen.
Schachklub Marmstorf konnte nur den
6.Platz erringen. Die letzte Runde Concordia 21½ Pkt. - Marmstorf
3½ Pkt. war eine Niederlage in der A-Klasse die unseren Verein vom
2.-3. Platz auf den 6. Platz gewiesen hat.
Aus den Verbandsmannschaftskämpfen
konnten folgende Mitglieder 50% Gewinnpunkte und darüber erkämpfen.
Für die 2. Hälfte des Jahres
bestand der Plan, verschiedene Freundschaftskämpfe mit Betriebs-Schachgruppen
auszutragen. Leider wurde der Betriebs-Schachverband aus dem Hamburger
Schachverband ausgeschlossen. Kämpfe mit ausgeschlossenen Vereinen
sind nach den Satzungen nicht erlaubt. Vom Schachwart H. Fentroß
wurde von diesen Kämpfen Abstand genommen. Verschiedene Versuche,
einen Freundschaftskampf mit dem Schachverein Winsen, abzuschließen,
sind ergebnislos gewesen. Für den Schachklub Marmstorf konnten nur
noch 2 Simultankämpfe gegen den bekannten Deutschen Meister
L. Rellstab
Abgewickelt werden. Der erste Kampf
fand am 15. Juli an 29 Brettern statt. Hieran nahmen auch verschiedene
Gäste aus der Umgegend teil. Meister Rellstab konnte 25 Partien für
sich gewinnen und musste 4 Partien an Marmstorf abgeben.
Die Gewinner waren: Wilhelm Bergmann,
Heinz Fentroß, Erich Krakau und Walter Langbeck.
Der 2. Kampf fand am 4. November
55 an 30 Brettern statt. Meister Rellstab konnte 22 Partien gewinnen
6 Partien wurden Remis gegeben
2 Partien von Marmstorf gewonnen
Die Gewinner waren: Heinz Fentroß,
Dittmer
Remis halten konnten: Wilhelm Bergmann,
Emil Stein, Karl-Heinz Berger, Peter Löcher, Paul Böttcher, Karl
Garbers.
Diese Simultankämpfe und Vorträge
von Meister Rellstab wurden von den Marmstorfer Mitgliedern anerkannt und
sollen 1956 auch mit anderen Meistern wiederholt werden.
Als Jahresabschluss wurde vom
Hamburger Schachverband ein Länderkampf Hamburg gegen Weser/Ems an
130 Brettern im Winterhuder Fährhaus ausgetragen. Jeder Schachverein
musste Teilnehmer, entsprechend seiner Größe, stellen.
Gewonnen wurde dieser Großkampf
von Hamburg 98½ Punkte gegen Weser/Ems 31½ Punkte
Von Marmstorf nahmen die Mitglieder
H. Fentroß an Brett 61 und G. Martens an Brett 105 teil. Beide Spieler
haben ihre Partie gewonnen.
Insgesamt wurden im Jahre 1955 unter
dem Namen Schachklub Marmstorf 11 Kämpfe ausgetragen (1 Freundschaftskampf,
7 Verbandsmannschaftskämpfe, 2 Simultankämpfe, 1 Länderkampf)
Teilgenommen an allen 11 Kämpfen
hat unser Mitglied H. Fentroß mit 7 Gewinnpunkten und 4 Verlustpunkten.
Heinz Fentroß