|
Frei nach einem bekannten deutschen
Dichter mag man zwar sagen: „Wozu denn nach Herne schweifen, sieh
das Gute liegt so nah.“
Aber dennoch entschloss ich mich,
am 19.9. zum Schnellturnier nach Herne fahren. Ursprünglich hatte
ich ja die Teilnahme am Lessing-Open in Wolfenbüttel geplant, aber
da ich es dorthin nicht rechtzeitig zur ersten Runde geschafft
hätte, änderte sich meine Wochenendplanung.
Und dann gab es da auch noch die
HSJB-Gala. Sicherlich eine schöne Sache, um (mehr oder weniger)
alte Bekannte wiederzutreffen, aber ob man es unterstützen soll,
dass der Hamburger Schachverband für derartige Festivitäten Geld
ausgibt und andererseits die HEM dem Rotstift opfert, darf
bezweifelt werden.
Also zurück zum Thema. Insgesamt
hatten 69 Teilnehmer den Weg nach Herne gefunden (darunter je 3 GM
und IM), und ich war an 11 gesetzt.
In der ersten Runde hatte sich
Yacuz Akcapinar gegen mich eine gute Stellung erspielt, aber so
gut, dass er sich einen Figureneinsteller leisten konnte, stand er
doch nicht.
In der zweiten Runde beförderte
sich Inna Orlova schon schnell auf die Verliererstraße, und das
Hauptproblem bestand weniger in der technischen Verwertung als
vielmehr darin, ihren Nachbarn daran zu hindern, statt seiner Uhr
Innas zu betätigen.
Danach folgten allerdings erst
einmal zwei Niederlagen. Während Daniel Hausrath einfach zu stark
spielte, stand ich gegen Dalibor Dukic, war aber mit der
Bedenkzeit zu verschwenderisch umgegangen.
In den beiden nächsten Runden ließ
ich sichere Siege gegen Dmitrij Rohovoj und Alexandr Kartsev
folgen.
Hingegen spielte Felix Hampel in
der siebten Runde für sein Alter viel zu stark, jedenfalls bis zu
dem Zeitpunkt, als er in Gewinnstellung einen Turm einstellte.
Eine Runde später war meine Lage gegen Eduard Weimer nicht ganz so
hoffnungslos, aber auch hier erwies sich ein Turmeinsteller
seinerseits als hilfreich.
Damit war ich in der letzten Runde
am Spitzenbrett angekommen, wo ich Felix Levin hochgelost wurde,
welcher zusammen mit Alexander Izrajlev (der diesmal nicht durch
alkoholische Exzesse, sondern durch schachliche Leistungen (u.a.
Siege gegen Mainka und Hausrath) auf sich aufmerksam machte) einen
Punkt Vorsprung auf die Verfolger aufwies.
Als sich die Niederlage von
Izrajlev abzuzeichnen begann, bot mir Levin remis an, und ich sah
keinen Grund, das Angebot abzulehnen. Damit erreichte ich den
sechsten Platz, womit ich noch in Preisränge gelangte.
Holger Hebbinghaus
(30.09.2009) |