Herne 2009


Frei nach einem bekannten deutschen Dichter mag man zwar sagen: „Wozu denn nach Herne schweifen, sieh das Gute liegt so nah.“

Aber dennoch entschloss ich mich, am 19.9. zum Schnellturnier nach Herne fahren. Ursprünglich hatte ich ja die Teilnahme am Lessing-Open in Wolfenbüttel geplant, aber da ich es dorthin nicht rechtzeitig zur ersten Runde geschafft hätte, änderte sich meine Wochenendplanung.

Und dann gab es da auch noch die HSJB-Gala. Sicherlich eine schöne Sache, um (mehr oder weniger) alte Bekannte wiederzutreffen, aber ob man es unterstützen soll, dass der Hamburger Schachverband für derartige Festivitäten Geld ausgibt und andererseits die HEM dem Rotstift opfert, darf bezweifelt werden.

Also zurück zum Thema. Insgesamt hatten 69 Teilnehmer den Weg nach Herne gefunden (darunter je 3 GM und IM), und ich war an 11 gesetzt.

In der ersten Runde hatte sich Yacuz Akcapinar gegen mich eine gute Stellung erspielt, aber so gut, dass er sich einen Figureneinsteller leisten konnte, stand er doch nicht.

In der zweiten Runde beförderte sich Inna Orlova schon schnell auf die Verliererstraße, und das Hauptproblem bestand weniger in der technischen Verwertung als vielmehr darin, ihren Nachbarn daran zu hindern, statt seiner Uhr Innas zu betätigen.

Danach folgten allerdings erst einmal zwei Niederlagen. Während Daniel Hausrath einfach zu stark spielte, stand ich gegen Dalibor Dukic, war aber mit der Bedenkzeit zu verschwenderisch umgegangen.

In den beiden nächsten Runden ließ ich sichere Siege gegen Dmitrij Rohovoj und Alexandr Kartsev folgen.

Hingegen spielte Felix Hampel in der siebten Runde für sein Alter viel zu stark, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als er in Gewinnstellung einen Turm einstellte. Eine Runde später war meine Lage gegen Eduard Weimer nicht ganz so hoffnungslos, aber auch hier erwies sich ein Turmeinsteller seinerseits als hilfreich.

Damit war ich in der letzten Runde am Spitzenbrett angekommen, wo ich Felix Levin hochgelost wurde, welcher zusammen mit Alexander Izrajlev (der diesmal nicht durch alkoholische Exzesse, sondern durch schachliche Leistungen (u.a. Siege gegen Mainka und Hausrath) auf sich aufmerksam machte) einen Punkt Vorsprung auf die Verfolger aufwies.

Als sich die Niederlage von Izrajlev abzuzeichnen begann, bot mir Levin remis an, und ich sah keinen Grund, das Angebot abzulehnen. Damit erreichte ich den sechsten Platz, womit ich noch in Preisränge gelangte.

 Holger Hebbinghaus (30.09.2009)


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Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2009