Kieler Open 2009


Sommerzeit ist bekanntlich Turnierzeit und so geschah es, dass in diesem Jahr beim Kieler Open wieder Marmstorf in der Teilnehmerliste stand. Von dem erfolgreichen Vorjahresquintett war zwar nur Susanne erneut dabei, dafür gingen Christoph und ich an den Start; und auch ein ehemaliger Marmstorfer (einer von diesen wkK, die für ihren Alten viel zu stark ihr Alter so stark spielen, dass sie in höheren Sphären als der Landesliga ihr Unwesen treiben) nahm teil.

Susanne nahm am DWZ-Turnier (DWZ <1700) teil, während der Rest keine Wahlmöglichkeit hatte und sich am Eloturnier beteiligte.

In der ersten Runde fanden wir uns in der oberen Hälfte wieder, so dass wir lösbare Aufgaben erhielten.

Susanne gewann am schnellsten gegen die Tochter der Doppel-Titelträgerin (IM/WGM) Gaponenko, und auch unsere Drachenspezialisten konnten ihre Gegner erfolgreich zum Grillen einladen.

Ich spielte weniger souverän, aber nachdem meine Gegnerin mich zum Mattsetzen aufforderte, ließ es sich nicht vermeiden, dass auch ich den Punkt holte.

In der zweiten Runde holte Susanne ihren zweiten Punkt, nachdem ihr Gegner einzügig eine Figur einstellte.

Auch ich blieb gegen Jens-Erik Rudolph siegreich, nachdem ich seine schwachen Bauern einsammeln konnte.

Nicht so gut lief es für Jonathan und Christoph. Obwohl in beiden Partien ein ganzer Punkt möglich erschien, ließ Jonathan seinen Gegner noch ins Remis entkommen, während Christoph gegen FM Stefan Bücker sogar noch verlor.

In der dritten Runde setzte Christophs Drache seine Grillparty fort, während Susanne die Nummer 1 der Setzliste locker besiegte und damit Sabines Blaubeeren rächte (wer das jetzt nicht versteht, sollte Sabine fragen, welch furchtbares Schicksal den Blaubeeren beim Kieler Open 2006 wiederfuhr).

Jonathan musste in Verluststellung in den Großmogelmodus wechseln, um noch den ganzen Punkt mitzunehmen, während ich gegen GM David Baramidze eine schlechtere Stellung zusammenhalten konnte (ein Kuriosum am Rande: nach 51 Zügen hatten wir im Doppelspringerendspiel eine symmetrische Stellung auf dem Brett).

Jonathan übernahm in der vierten Runde Baramidze und erreichte ebenfalls ein Remis. Das gleiche Ergebnis erreichten auch zunächst ich (wenig spektakulär) und später Susanne, die sich nach einem frühen Materialgewinn auf dem Weg zum vierten Punkt zu befinden schien, aber am Ende froh sein konnte, dass der gegnerische Angriff nur zum Dauerschach reichte.

Christoph setzte das Schweizer-System-Ping-Pong fort und verlor.

In der fünften Runde fand der Drachen in Jonathans Partie ein weiteres Opfer, während Christophs Gegner vorsorglich zu 2.Sc3 griff, ohne allerdings der Niederlage entrinnen zu können.

Ich vergab meinen Vorteil durch ungenaues Spiel und setzte damit meine Remisserie fort, und auch Susanne teilte erneut den Punkt.

Vor der sechsten Runde stand zunächst das Blitzturnier auf dem Programm, an dem sich leider nur 20 Leute beteiligten, was zumindest den Vorteil hatte, dass alle Spieler eine große Auswahl an Sachpreisen hatten.

Jonathan konnte das Turnier vor mir gewinnen, Christoph erreichte als Neunter noch einen einstelligen Tabellenplatz.

Jonathan erreichte gegen GM Viesturs Meijers locker ein Remis, ich musste nach schwacher Eröffnungsbehandlung mit dem gleichen Resultat zufrieden sein, und auch Susannes Partie endete Remis, nachdem sie in Gewinnstellung eine Qualität einbüßte und sich ins Dauerschach retten musste. Christoph hingegen blieb diesmal nur zweiter Sieger.

In der siebten Runde einigte sich Susanne nach wenigen Zügen mit Fabian Ellermann auf Remis, Christoph spielte zur Abwechslung ebenfalls Remis und musste nach dieser Runde wegen anderer Verpflichtungen vom Turnier zurücktreten. In Jonathans Partie feierten Drachens bereits ihre fünfte Grillparty, und auch ich blieb siegreich.

In der achten Runde remisierte ich schnell gegen Jonathan, während Susanne auf dem falschen Fuß erwischt wurde und ihre erste Niederlage hinnehmen musste.

Drei Stunden Fahrzeit nach Kiel sind viel länger als eingeplant und 15 Minuten zu viel, um noch die Partie aufnehmen zu dürfen; so verlor ich die letzte Runde kampflos.

Jonathan nahm GM Zigurds Lanka ein Remis ab und war damit in den Preisrängen, während Susanne eine kurze Rochade vollendete und damit weit zurückfiel.

 

Und damit stellt sich die Frage: Geht es nächstes Jahr wieder nach Kiel?

Das St.Pauli-Open ist natürlich Pflicht (wenn schon mal alle 5 Jahre ein Hamburger Schachfestival stattfindet), und an sich wären auch mal wieder Pardubice (letzte Teilnahme 1991) oder Dresden (letzte Teilnahme 1997) an der Reihe ...

  Holger Hebbinghaus (21.08.2009)


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Letzte Aktualisierung: 23. August 2009