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Sommerzeit ist bekanntlich Turnierzeit und
so geschah es, dass in diesem Jahr beim Kieler Open wieder Marmstorf in der
Teilnehmerliste stand. Von dem erfolgreichen Vorjahresquintett war zwar nur
Susanne erneut dabei, dafür gingen Christoph und ich an den Start; und auch
ein ehemaliger Marmstorfer (einer von diesen wkK, die für ihren Alten
viel zu stark ihr Alter so stark spielen, dass sie in höheren Sphären
als der Landesliga ihr Unwesen treiben) nahm teil.
Susanne nahm am DWZ-Turnier (DWZ <1700)
teil, während der Rest keine Wahlmöglichkeit hatte und sich am Eloturnier
beteiligte.
In der ersten Runde fanden wir uns in der
oberen Hälfte wieder, so dass wir lösbare Aufgaben erhielten.
Susanne gewann am schnellsten gegen die
Tochter der Doppel-Titelträgerin (IM/WGM) Gaponenko, und auch unsere
Drachenspezialisten konnten ihre Gegner erfolgreich zum Grillen einladen.
Ich spielte weniger souverän, aber nachdem
meine Gegnerin mich zum Mattsetzen aufforderte, ließ es sich nicht
vermeiden, dass auch ich den Punkt holte.
In der zweiten Runde holte Susanne ihren
zweiten Punkt, nachdem ihr Gegner einzügig eine Figur einstellte.
Auch ich blieb gegen Jens-Erik Rudolph
siegreich, nachdem ich seine schwachen Bauern einsammeln konnte.
Nicht so gut lief es für Jonathan und
Christoph. Obwohl in beiden Partien ein ganzer Punkt möglich erschien, ließ
Jonathan seinen Gegner noch ins Remis entkommen, während Christoph gegen FM
Stefan Bücker sogar noch verlor.
In der dritten Runde setzte Christophs
Drache seine Grillparty fort, während Susanne die Nummer 1 der Setzliste
locker besiegte und damit Sabines Blaubeeren rächte (wer das jetzt nicht
versteht, sollte Sabine fragen, welch furchtbares Schicksal den Blaubeeren
beim Kieler Open 2006 wiederfuhr).
Jonathan musste in Verluststellung in den
Großmogelmodus wechseln, um noch den ganzen Punkt mitzunehmen, während ich
gegen GM David Baramidze eine schlechtere Stellung zusammenhalten konnte
(ein Kuriosum am Rande: nach 51 Zügen hatten wir im Doppelspringerendspiel
eine symmetrische Stellung auf dem Brett).
Jonathan übernahm in der vierten Runde
Baramidze und erreichte ebenfalls ein Remis. Das gleiche Ergebnis erreichten
auch zunächst ich (wenig spektakulär) und später Susanne, die sich nach
einem frühen Materialgewinn auf dem Weg zum vierten Punkt zu befinden
schien, aber am Ende froh sein konnte, dass der gegnerische Angriff nur zum
Dauerschach reichte.
Christoph setzte das
Schweizer-System-Ping-Pong fort und verlor.
In der fünften Runde fand der Drachen in
Jonathans Partie ein weiteres Opfer, während Christophs Gegner vorsorglich
zu 2.Sc3 griff, ohne allerdings der Niederlage entrinnen zu können.
Ich vergab meinen Vorteil durch ungenaues
Spiel und setzte damit meine Remisserie fort, und auch Susanne teilte erneut
den Punkt.
Vor der sechsten Runde stand zunächst das
Blitzturnier auf dem Programm, an dem sich leider nur 20 Leute beteiligten,
was zumindest den Vorteil hatte, dass alle Spieler eine große Auswahl an
Sachpreisen hatten.
Jonathan konnte das Turnier vor mir
gewinnen, Christoph erreichte als Neunter noch einen einstelligen
Tabellenplatz.
Jonathan erreichte gegen GM Viesturs Meijers
locker ein Remis, ich musste nach schwacher Eröffnungsbehandlung mit dem
gleichen Resultat zufrieden sein, und auch Susannes Partie endete Remis,
nachdem sie in Gewinnstellung eine Qualität einbüßte und sich ins
Dauerschach retten musste. Christoph hingegen blieb diesmal nur zweiter
Sieger.
In der siebten Runde einigte sich Susanne
nach wenigen Zügen mit Fabian Ellermann auf Remis, Christoph spielte zur
Abwechslung ebenfalls Remis und musste nach dieser Runde wegen anderer
Verpflichtungen vom Turnier zurücktreten. In Jonathans Partie feierten
Drachens bereits ihre fünfte Grillparty, und auch ich blieb siegreich.
In der achten Runde remisierte ich schnell
gegen Jonathan, während Susanne auf dem falschen Fuß erwischt wurde und ihre
erste Niederlage hinnehmen musste.
Drei Stunden Fahrzeit nach Kiel sind viel
länger als eingeplant und 15 Minuten zu viel, um noch die Partie aufnehmen
zu dürfen; so verlor ich die letzte Runde kampflos.
Jonathan nahm GM Zigurds Lanka ein Remis ab
und war damit in den Preisrängen, während Susanne eine kurze Rochade
vollendete und damit weit zurückfiel.
Und damit stellt sich die Frage: Geht es
nächstes Jahr wieder nach Kiel?
Das St.Pauli-Open ist natürlich Pflicht
(wenn schon mal alle 5 Jahre ein Hamburger Schachfestival stattfindet), und
an sich wären auch mal wieder Pardubice (letzte Teilnahme 1991) oder Dresden
(letzte Teilnahme 1997) an der Reihe ...
Holger
Hebbinghaus (21.08.2009) |