Löberitzer Schachtage 2009


Aufmerksame Leser des Rundschreibens 207 wissen, wie es dazu kam, dass ich vor einem Jahr in Löberitz nicht am Einzelblitzturnier, sondern auch am Spitzenbrett des SV Horst-Emscher am Mannschaftsblitzturnier teilnahm. Da dies allen Beteiligten gefallen hat, stand in diesem Jahr die Neuauflage auf dem Programm.

Am Einzelblitz beteiligten sich 49 Teilnehmer, die auf 4 Vorgruppen mit 12 bzw. 13 Spielern aufgeteilt wurden, von denen sich die ersten 3 für das A-Finale qualifizierten, die Plätze 4 bis 6 für das B-Finale usw.

Die üblichen Preisgeldgeier, die man sonst bei fast jedem Blitz- oder Schnellturnier antrifft, ließen sich hier nicht blicken, auf der anderen Seite war aber auch die Basis kaum vertreten; nur wenige Spieler hatten eine DWZ unter 1800, mit einer DWZ von 1560 stand man bereits am Ende der Teilnehmerliste.

Mein Ziel konnte nur die Teilnahme am A-Finale sein, aber nach 7 von 11 Runden hatte ich bereits 2 Punkte Rückstand auf das Spitzentrio Holger Pröhl, Norman Schütze und Arvid von Rahden sowie 1½  Punkte Rückstand auf den Vierten Jens Goemann, so dass die Qualifikation kaum noch erreichbar schien. Mit vier Siegen zum Abschluss konnte ich allerdings noch Holger Pröhl und Jens Goemann (gegen welche ich in den beiden letzten Runden antrat) überholen und das A-Finale erreichen.

Im A-Finale reichte das DWZ-Spektrum von 2118 bis 2323 – fast wie der Ramadacup (nur ohne Verzehrgutscheinpflicht).

Prognosen über den Ausgang waren logischerweise nur schwer abzugeben, und drei Runden vor Schluss konnte sich auch noch die Hälfte des Feldes Titelchancen ausrechnen. Während sich die beiden Löberitzer Martin Schuster und Norman Schütze als gute Gastgeber noch ins Mittelfeld zurückfallen ließen, war die Differenz zwischen den ersten vier Plätzen am Ende nur gering. Paul Hoffmann hatte einen halben Punkt zu wenig und ging als Vierter leer aus, und für die Vergabe der ersten drei Plätze mussten gar die Herren Sonneborn und Berger bemüht werden; deren Urteil besagte, dass der Turniersieg an mich ging, vor Hendrik Hoffmann und Cliff Wichmann.

Am Sonntag stand das Mannschaftsblitzturnier auf dem Programm. In meiner Mannschaft durften (oder sollte ich besser „mussten“ schreiben?) außerdem noch Marco Becker, Olaf Arndt und Klaus Rydzewski antreten.

Am Start waren 19 Mannschaften, und es wurden 15 Runden Schweizer System angesetzt.

An 9 gesetzt konnten wir in der ersten Runde die dritte Mannschaft des Gastgebers mit 3½:½ sicher besiegen.

Nächster Gegner war der SC Heusenstamm. Wer diesen Namen schon einmal gehört hat, der hat

1.     geschummelt,

2.     aufmerksam die Ergebnisse des Norderstedter Osteropens verfolgt (hoffentlich in erster Linie die des Schnellturniers),

3.     vor kurzem einen (leider inzwischen nicht mehr verfügbaren) Turnierbericht bei Diagonale gelesen (und kann daher die wahre Identität des dreieckigen Spatzes aufdecken?) oder

4.     einen guten Telefonjoker.

 

Allen übrigen sei verraten, dass Heusenstamm bei Frankfurt (Mainhattan, nicht West-Slubice) liegt und der SC Heusenstamm der neue Verein von Michael Klyszcz ist, welcher nach seiner Großhansdorfer Zeit der SG Löberitz angehörte.

Zurück zum Thema; trotz 1½:½-Führung mussten wir noch geschlagen geben.

Weiter ging es mit dem Derby gegen Horst-Emscher 2, das mit 3½:½ gewonnen wurde.

Mit den Geburtshelferkröten (unter dem Namen traten Cliff Wichmann, Hendrik Hoffmann, Franziska Beltz und Dietmar Klemm an) wartete ein starker Gegner, der uns auch nur einen halben Brettpunkt überließ.

Und auch in den nächsten beiden Runden setzte sich die Serie „Sieg-Niederlage“ fort; während wir Merseburg mit 3:1 besiegen konnten, gab es gegen die erste Mannschaft des Gastgebers die Höchststrafe.

Mit einem 2:2 gegen Sangerhausen riss die besagte Serie, dafür gab es danach mit einem 3:1 gegen Löberitz 2 und einem 2½:1½ gegen den späteren Dritten USV Halle zwei Siege in Folge.

Infolgedessen durften wir in der 10.Runde am ersten Tisch gegen die Randspringer (Roland Voigt, Paul Hoffmann, Thomas Schunk, Raik Schirmer) antreten, und nur ein Remis durch Zeitüberschreitung rettete uns vor der Höchststrafe.

Auch gegen Magdeburg (hier rahmten das Ehepaar Naumann den sachsen-anhaltinischen Blitzmeister Gordon Andre sowie Evgeny Degtiarev ein) reichte es nur zu einem halben Brettpunkt (und damit bei diesem Turnier zu einer ausgeglichenen Bilanz gegen Großmeister).

Gegen das Freilos konnten wir unsere Punktausbeute souverän aufbessern, ehe die Fortsetzung der Horst-Emscher-Meisterschaft mit einem 3:1 gegen die dritte Mannschaft siegreich überstanden wurde.

Gegen die Köthener Schachjugend (deren letztes Brett älter war als seine 4 Mannschaftskollegen zusammen) reichte es nur zu einem 2:2, ehe wir zum Abschluss das Schlusslicht SC Raguhn mit 3½:½ besiegen konnte.

Damit gelang es uns, das Vorjahresergebnis (9.Platz) um einen Rang zu verbessern, so dass ich das Turnier wohl für die nächsten sieben Jahre fest einplanen sollte.

 

SV Horst-Emscher 1

HH

MB

OA

KR

MP

BP

SG Löberitz 3

1

1

1

½

2

SC Heusenstamm

1

½

0

0

0

SV Horst-Emscher 2

1

1

½

1

2

Geburtshelferkröten

½

0

0

0

0

½

SV Merseburg

1

0

1

1

2

3

SG Löberitz 1

0

0

0

0

0

0

SV Sangerhausen

1

0

0

1

1

2

SG Löberitz 2

½

½

1

1

2

3

USV Halle

½

0

1

1

2

Randspringer

0

½

0

0

0

½

Magdeburg

½

0

0

0

0

½

Freilos

1

1

1

1

2

4

SV Horst-Emscher 3

1

1

0

1

2

3

Köthener Schachjugend

1

0

1

0

1

2

SC Raguhn

1

½

1

1

2

Summe

11

6

18

33

  Holger Hebbinghaus (21.08.2009)


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Letzte Aktualisierung: 23. August 2009