|
Aufmerksame Leser des Rundschreibens 207 wissen, wie es dazu
kam, dass ich vor einem Jahr in Löberitz nicht am Einzelblitzturnier,
sondern auch am Spitzenbrett des SV Horst-Emscher am Mannschaftsblitzturnier
teilnahm. Da dies allen Beteiligten gefallen hat, stand in diesem Jahr die
Neuauflage auf dem Programm.
Am Einzelblitz beteiligten sich 49
Teilnehmer, die auf 4 Vorgruppen mit 12 bzw. 13 Spielern aufgeteilt wurden,
von denen sich die ersten 3 für das A-Finale qualifizierten, die Plätze 4
bis 6 für das B-Finale usw.
Die üblichen Preisgeldgeier, die man sonst
bei fast jedem Blitz- oder Schnellturnier antrifft, ließen sich hier nicht
blicken, auf der anderen Seite war aber auch die Basis kaum vertreten; nur
wenige Spieler hatten eine DWZ unter 1800, mit einer DWZ von 1560 stand man
bereits am Ende der Teilnehmerliste.
Mein Ziel konnte nur die Teilnahme am
A-Finale sein, aber nach 7 von 11 Runden hatte ich bereits 2 Punkte
Rückstand auf das Spitzentrio Holger Pröhl, Norman Schütze und Arvid von
Rahden sowie 1½ Punkte Rückstand auf den Vierten Jens Goemann, so dass die
Qualifikation kaum noch erreichbar schien. Mit vier Siegen zum Abschluss
konnte ich allerdings noch Holger Pröhl und Jens Goemann (gegen welche ich
in den beiden letzten Runden antrat) überholen und das A-Finale erreichen.
Im A-Finale reichte das DWZ-Spektrum von
2118 bis 2323 – fast wie der Ramadacup (nur ohne Verzehrgutscheinpflicht).
Prognosen über den Ausgang waren
logischerweise nur schwer abzugeben, und drei Runden vor Schluss konnte sich
auch noch die Hälfte des Feldes Titelchancen ausrechnen. Während sich die
beiden Löberitzer Martin Schuster und Norman Schütze als gute Gastgeber noch
ins Mittelfeld zurückfallen ließen, war die Differenz zwischen den ersten
vier Plätzen am Ende nur gering. Paul Hoffmann hatte einen halben Punkt zu
wenig und ging als Vierter leer aus, und für die Vergabe der ersten drei
Plätze mussten gar die Herren Sonneborn und Berger bemüht werden; deren
Urteil besagte, dass der Turniersieg an mich ging, vor Hendrik Hoffmann und
Cliff Wichmann.
Am Sonntag stand das Mannschaftsblitzturnier
auf dem Programm. In meiner Mannschaft durften (oder sollte ich besser
„mussten“ schreiben?) außerdem noch Marco Becker, Olaf Arndt und Klaus
Rydzewski antreten.
Am Start waren 19 Mannschaften, und es
wurden 15 Runden Schweizer System angesetzt.
An 9 gesetzt konnten wir in der ersten Runde
die dritte Mannschaft des Gastgebers mit 3½:½ sicher besiegen.
Nächster Gegner war der SC Heusenstamm. Wer
diesen Namen schon einmal gehört hat, der hat
1.
geschummelt,
2.
aufmerksam die Ergebnisse des Norderstedter Osteropens verfolgt
(hoffentlich in erster Linie die des Schnellturniers),
3.
vor kurzem einen (leider inzwischen nicht mehr verfügbaren)
Turnierbericht bei Diagonale gelesen (und kann daher die wahre Identität des
dreieckigen Spatzes aufdecken?) oder
4.
einen guten Telefonjoker.
Allen übrigen sei verraten, dass Heusenstamm
bei Frankfurt (Mainhattan, nicht West-Slubice) liegt und der SC Heusenstamm
der neue Verein von Michael Klyszcz ist, welcher nach seiner Großhansdorfer
Zeit der SG Löberitz angehörte.
Zurück zum Thema; trotz 1½:½-Führung mussten
wir noch geschlagen geben.
Weiter ging es mit dem Derby gegen
Horst-Emscher 2, das mit 3½:½ gewonnen wurde.
Mit den Geburtshelferkröten (unter dem Namen
traten Cliff Wichmann, Hendrik Hoffmann, Franziska Beltz und Dietmar Klemm
an) wartete ein starker Gegner, der uns auch nur einen halben Brettpunkt
überließ.
Und auch in den nächsten beiden Runden
setzte sich die Serie „Sieg-Niederlage“ fort; während wir Merseburg mit 3:1
besiegen konnten, gab es gegen die erste Mannschaft des Gastgebers die
Höchststrafe.
Mit einem 2:2 gegen Sangerhausen riss die
besagte Serie, dafür gab es danach mit einem 3:1 gegen Löberitz 2 und einem
2½:1½ gegen den späteren Dritten USV Halle zwei Siege in Folge.
Infolgedessen durften wir in der 10.Runde am
ersten Tisch gegen die Randspringer (Roland Voigt, Paul Hoffmann, Thomas
Schunk, Raik Schirmer) antreten, und nur ein Remis durch Zeitüberschreitung
rettete uns vor der Höchststrafe.
Auch gegen Magdeburg (hier rahmten das
Ehepaar Naumann den sachsen-anhaltinischen Blitzmeister Gordon Andre sowie
Evgeny Degtiarev ein) reichte es nur zu einem halben Brettpunkt (und damit
bei diesem Turnier zu einer ausgeglichenen Bilanz gegen Großmeister).
Gegen das Freilos konnten wir unsere
Punktausbeute souverän aufbessern, ehe die Fortsetzung der
Horst-Emscher-Meisterschaft mit einem 3:1 gegen die dritte Mannschaft
siegreich überstanden wurde.
Gegen die Köthener Schachjugend (deren
letztes Brett älter war als seine 4 Mannschaftskollegen zusammen) reichte es
nur zu einem 2:2, ehe wir zum Abschluss das Schlusslicht SC Raguhn mit 3½:½
besiegen konnte.
Damit gelang es uns, das Vorjahresergebnis
(9.Platz) um einen Rang zu verbessern, so dass ich das Turnier wohl für die
nächsten sieben Jahre fest einplanen sollte.
SV Horst-Emscher 1
|
HH |
MB |
OA |
KR |
MP |
BP |
|
SG Löberitz 3 |
1 |
1 |
1 |
½ |
2 |
3½ |
|
SC Heusenstamm |
1 |
½ |
0 |
0 |
0 |
1½ |
|
SV Horst-Emscher 2 |
1 |
1 |
½ |
1 |
2 |
3½ |
|
Geburtshelferkröten |
½ |
0 |
0 |
0 |
0 |
½ |
|
SV Merseburg |
1 |
0 |
1 |
1 |
2 |
3 |
|
SG Löberitz 1 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
SV Sangerhausen |
1 |
0 |
0 |
1 |
1 |
2 |
|
SG Löberitz 2 |
½ |
½ |
1 |
1 |
2 |
3 |
|
USV Halle |
½ |
0 |
1 |
1 |
2 |
2½ |
|
Randspringer |
0 |
½ |
0 |
0 |
0 |
½ |
|
Magdeburg |
½ |
0 |
0 |
0 |
0 |
½ |
|
Freilos |
1 |
1 |
1 |
1 |
2 |
4 |
|
SV Horst-Emscher 3 |
1 |
1 |
0 |
1 |
2 |
3 |
|
Köthener Schachjugend |
1 |
0 |
1 |
0 |
1 |
2 |
|
SC Raguhn |
1 |
½ |
1 |
1 |
2 |
3½ |
|
Summe |
11 |
6 |
7½ |
8½ |
18 |
33 |
Holger Hebbinghaus
(21.08.2009) |