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Same
procedure as every year; am letzten Samstag vor den Herbstferien
stand (mittlerweile zum fünften Mal) das Luruper Schnellturnier
auf dem Programm. Zur Abwechslung war ich nicht als einziger
Marmstorfer am Start, da auch Uwe teilnahm. Ich war an 1 gesetzt
(wobei bis Platz 11 der Startliste die Spielstärkeunterschiede nur
gering waren), während Uwe sich auf Startrang 24 der 41 Teilnehmer
wiederfand.
In
der ersten Runde konnte ich mit viel Mühe gegen Felix Cahillane
gewinnen, während Uwe sich Andreas Mitscherling geschlagen geben
musste. Glatte Siege gab es dann in der zweiten Runde für Uwe
gegen Michael Schirrmacher und für mich gegen Gerhard Kraft.
In
der dritten Runde kostete mich das Erreichen einer Gewinnstellung
gegen Riccardo Staak zu viel Zeit und damit den Punkt, während Uwe
ein Remis gegen Gerhard Kraft erreichte.
Dafür
gab es dann in der vierten Runde wieder zwei Siege, während
Bernhard Berking mir quasi kampflos den Punkt überließ, musste Uwe
ein bisschen mehr zeigen, um Gerhard Brückner zu bezwingen.
Es
folgten in der fünften Runde zwei Punkteteilungen, wobei beide
Partien durchaus mehr hergaben. Ich stellte gegen Jörg Müller in
besserer Stellung einen Bauern ein, wobei die Kompensation immer
noch zum Remis reichte, und Uwe hatte gegen Torsten Johanssen gar
zwei Mehrbauern, ließ sich aber zunächst seinen Merhbesitz und
dann einen Springer abnehmen, um sich dank der beiderseits arg
knappen Zeit ins Remis zu retten.
In
der sechsten Runde nahm Uwe Rolf Menk ein Remis ab, während ich
gegen Dieter Nodorp eine spannende Partie spielte, bei der ich am
Königsflügel angriff, während er am Damenflügel auf Beutejagd
ging. Bei einer Restbedenkzeit von ungefähr einer Minute gegen 30
Sekunden stand ich schließlich vor der Wahl, Dauerschach zu geben
oder volles Risiko einzugehen. Für die Entscheidung des
Weiterspielens meinen Bedenkzeitvorsprung in einen
Bedenkzeitrückstand zu verwandeln war objektiv wohl nicht die
beste Wahl, wurde aber mit dem ganzen Punkt belohnt, als mein
Gegner wenige Züge später ein Matt zuließ.
Uwe
setzte in der siebten Runde gegen Felix Cahillane seine Remisserie
fort, während ich den Tabellenführer Christian Laqua überraschend
einfach zusammenschieben konnte.
In
der vorletzten Runde bot mir Hauke Reddmann ziemlich bald remis
an, was ich akzeptierte, da ich nicht den Eindruck hatte besser zu
stehen und schon mehr Bedenkzeit verbraucht hatte. Uwe hielt gegen
Jakob Goepfert das Gleichgewicht, musste aber am Ende seinem zu
hohen Bedenkzeitverbrauch Tribut zollen.
Damit
stand auch schon die letzte Runde auf dem Programm, und sowohl Uwe
hatte noch Chancen auf den Ratingpreis <1800 als auch ich auf
einen der (diesmal nur drei) Hauptpreise. Für Uwe war die Lage
klar; er musste auf jeden Fall gegen seinen direkten Konkurrenten
Holger Schenk gewinnen und darüber hinaus hoffen, dass die vor ihm
liegenden Martin Michelis, Christian Knopf und Jan Stenzel Federn
lassen mussten. Bei mir war klar, dass ich bei einer Niederlage
gegen Jamshid Atri aus den Preisrängen fallen würde, ein Remis
würde reichen, wenn weder Sreten Ristic noch Riccardo Staak seine
Letztrundenpartie gewönne, ansonsten musste ein Sieg her, der dann
unter Umständen sogar für mehr als den dritten Platz reichen
konnte (wenn Christian Laqua oder Hauke verlor).
Ziemlich schnell verlor Sreten Ristic gegen Hauke. Meine Partie
mündete in ein ausgeglichenes Endspiel, aber ein Blick auf das
Nachbarbrett verriet mir, dass Riccardo Staak gegen Jörg Müller
einen Mehrbauern sein Eigen nannte, so dass ich weiterspielen
musste. Wenig später kippte allerdings besagte Partie, und da
Christian Laqua gewonnen hatte, konnte ich a) nicht mehr als den
dritten Platz erreichen, wozu aber b) ein Remis reichte, so dass
ich mit einem Remisangebot auf Nummer Sicher ging. Uwe gewann
seine Partie, musste aber dennoch den Ratingpreis Martin Michelis
überlassen, der 1½ Buchholzpunkte Vorsprung.
Für
mich hingegen galt „same procedure as last year“: Ich war wieder
einmal in den Preisrängen (wenn auch nicht auf dem 1.Platz) und
profitierte von meiner besseren Buchholzwertung.
Holger Hebbinghaus
(26.10.2009) |