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Gerade einmal 18 Teilnehmer hatten sich zum
Hans-Wolff-Gedenkturnier in Mölln eingefunden. Diese fanden mit
Holzbrettern und –figuren sowie Digitaluhren gute Spielbedingungen
vor; und angesichts der geringen Teilnehmerzahl reichten auch die
Sachpreise für alle Teilnehmerzahl, die keinen Geldpreis
erhielten, dennoch dürfen es im nächsten Jahr gern wieder ein paar
Leute mehr sein.
In der Spitze war das Turnier nicht ganz so
stark besetzt wie in den Vorjahren, in der Breite aber ähnlich
(was den Organisator Mike Schlüter bei der Eröffnung zu den Worten
veranlasste „Ich bin froh, dass ich bei der Besetzung nicht selbst
mitspielen muss“ [um die Teilnehmerzahl gerade zu machen] ), aber
auch die nicht ganz so starken Spieler fanden noch schlagbare
Gegner.
In der ersten Runde erwies sich gegen Mirko
Neitzel meine Aktivität als wirksamer als sein Läuferpaar, so dass
ich den Punkt mitnehmen konnte. Auch in fast allen anderen Partien
blieben die Favoriten siegreich (wobei Alexander Bodnar gegen
Steffen Wrage allerdings im Turmendspiel schon auf dessen
Zeitüberschreitung angewiesen war), lediglich Ralf Adloff unterlag
dem Turniersenior Emile Joseph.
In der zweiten Runde stand gegen Jens
Fransson wieder das Thema „Läuferpaar gegen Aktivität“ auf dem
Programm, nur war diesmal das Läuferpaar auf meiner Seite. Nachdem
seine Aktivität verschwand, hatte ich das klar bessere Endspiel,
fand aber kein Durchkommen, so dass ich in ein Bauernendspiel
abwickelte, das objektiv zwar remis, in der Praxis aber für meinen
Gegner schwer zu verteidigen war und letztendlich dann auch zu
meinen Gunsten endete. Auch Alexander Bodnar und Jörg Zeller
hatten noch 100%, während Frank Bracker gegen Martin Reinke nicht
über ein Remis herauskam.
In der dritten Runde gegen Alexander Bodnar
lautete das Thema [CTRL+C] [CTRL+V]. Nachdem er einen Bauern
stehen ließ, war klar, dass sein Läuferpaar in dieser Partie
nichts mehr erreichen würde, und da gleichzeitig Frank Bracker
gegen Jörg Zeller gewann, hatte ich als Einziger 100%.
Gegen Frank Bracker war das Gleichgewicht nie
gestört, so dass wir uns schließlich im Doppelspringerendspiel auf
Remis einigten. Damit behielt ich weiter einen halben Punkt
Vorsprung auf die Verfolger, denen außer Frank auch noch Alexander
Bodnar, Bernd Westphal und Steffen Wrage angehörten.
In der fünften Runde war mein Gegner Bernd
Westphal, gegen den ich vor einem Jahr noch sehr glücklich
(Zeitüberschreitung in Verluststellung) gewonnen hatte, diesmal
war mein Sieg überzeugend, da seine Felderschwächen es ihm
unmöglich machten, das Läuferpaar konstruktiv einzusetzen.
Gleichzeitig blieben auch Frank Bracker gegen Steffen Wrage sowie
Alexander Bodnar gegen Martin Reinke siegreich.
In der sechsten Runde überließ ich Ralf
Adloff das Läuferpaar, um dafür Aktivität, aber nachdem er dieses
zurückgab und meine Aktivität neutralisierte, steuerte die Partie
unaufhaltsam in den Remishafen. Gleichzeitig endete auch die
Partie zwischen Frank Bracker und Alexander Bodnar mit einer
Punkteteilung.
In der siebten Runde setzte Martin Reinke mir
keinen nennenswerten Widerstand entgegen. Gleichzeitig blieb auch
Alexander Bodnar siegreich, da Jens Fransson im Remisendspiel
seine Zeit ablaufen ließ, während Frank Bracker mit einer Sekunde
Restbedenkzeit die Zeitüberschreitung von Bernd Westphal bemerkte,
aber nicht schnell genug die Uhr zur Reklamation anhielt – remis.
Überrascht stellte ich fest, dass ich in der
achten Runde gegen Sabrina Schlüter spielen sollte, welche 4
Punkte hatte. Hatte sie nicht eine Runde vorher noch 2½ Punkte
gehabt? Tatsächlich war ihr Ergebnis der sechsten Runde falsch (0
statt ½) eingegeben (dabei sollte Mike die Spielstärke seiner
Tochter doch am besten kennen) und später korrigiert worden.
Zwar spielte ich alles andere als
überzeugend, aber nachdem Sabrina sich zu einem Figurenopfer
entschloss, das 1. verlockend, aber 2. unnötig und 3. inkorrekt
war, ließ sich mein Sieg nicht vermeiden.
Auch Alexander Bodnar und Frank Bracker
gewannen, es blieb also vorne alles beim alten.
In der letzten Runde traf ich auf Jörg
Zeller, der sich nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase
wieder nach vorne gearbeitet hatte. Nachdem sich das Brett schnell
leerte, einigten wir uns im Läuferendspiel auf Remis, so dass die
Entscheidung über den Turniersieg noch nicht gefallen war.
Ralf Adloff hatte gegen Alexander Bodnar
diverse Gewinnchancen, nutzte sie aber nicht, so dass sich das
Blatt wendete und Alexander gewann.
Damit musste die Buchholzwertung über den
Turniersieg entscheiden. Wie man sich wohl vorstellen kann, gibt
es bei 18 Teilnehmern und 9 Runden in der Spitze eine nicht gerade
kleine Schnittmenge der gemeinsamen Gegner. Tatsächlich hatten 6
Teilnehmer das Vergnügen, sowohl gegen Alexander als auch gegen
mich zu spielen, hinzu kommt der direkte Vergleich, so dass die
Schlussrundenergebnisse von vier Leuten letztendlich
ausschlaggebend waren (also keine Streichholzbuch
Buchholzstreichwertung). Diese hatten zu allem Überfluss vor der
letzten Runde jeweils 4 Punkte. Aber während Mirko Neitzel und
Sabrina Schlüter beim besten Willen zusammen nicht mehr als einen
Punkt für meine Buchholzwertung beisteuern konnten (sie spielten
nämlich gegeneinander), wären alles andere als zwei Siege von
Steffen Wrage und Emile Joseph gegen nominell deutlich schwächere
Gegner (und damit zwei Punkte für Alexanders Buchholzwertung) eine
große Überraschung gewesen – und so kam es schließlich auch.
Aber immerhin ist der zweite Platz noch eine
Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, bietet aber trotzdem noch
Steigerungspotenzial.
Holger Hebbinghaus
(12.09.2009) |