Hans-Wolff-Gedenkturnier Mölln  2009


Gerade einmal 18 Teilnehmer hatten sich zum Hans-Wolff-Gedenkturnier in Mölln eingefunden. Diese fanden mit Holzbrettern und –figuren sowie Digitaluhren gute Spielbedingungen vor; und angesichts der geringen Teilnehmerzahl reichten auch die Sachpreise für alle Teilnehmerzahl, die keinen Geldpreis erhielten, dennoch dürfen es im nächsten Jahr gern wieder ein paar Leute mehr sein.

In der Spitze war das Turnier nicht ganz so stark besetzt wie in den Vorjahren, in der Breite aber ähnlich (was den Organisator Mike Schlüter bei der Eröffnung zu den Worten veranlasste „Ich bin froh, dass ich bei der Besetzung nicht selbst mitspielen muss“ [um die Teilnehmerzahl gerade zu machen] ), aber auch die nicht ganz so starken Spieler fanden noch schlagbare Gegner.

In der ersten Runde erwies sich gegen Mirko Neitzel meine Aktivität als wirksamer als sein Läuferpaar, so dass ich den Punkt mitnehmen konnte. Auch in fast allen anderen Partien blieben die Favoriten siegreich (wobei Alexander Bodnar gegen Steffen Wrage allerdings im Turmendspiel schon auf dessen Zeitüberschreitung angewiesen war), lediglich Ralf Adloff unterlag dem Turniersenior Emile Joseph.

In der zweiten Runde stand gegen Jens Fransson wieder das Thema „Läuferpaar gegen Aktivität“ auf dem Programm, nur war diesmal das Läuferpaar auf meiner Seite. Nachdem seine Aktivität verschwand, hatte ich das klar bessere Endspiel, fand aber kein Durchkommen, so dass ich in ein Bauernendspiel abwickelte, das objektiv zwar remis, in der Praxis aber für meinen Gegner schwer zu verteidigen war und letztendlich dann auch zu meinen Gunsten endete. Auch Alexander Bodnar und Jörg Zeller hatten noch 100%, während Frank Bracker gegen Martin Reinke nicht über ein Remis herauskam.

In der dritten Runde gegen Alexander Bodnar lautete das Thema [CTRL+C] [CTRL+V]. Nachdem er einen Bauern stehen ließ, war klar, dass sein Läuferpaar in dieser Partie nichts mehr erreichen würde, und da gleichzeitig Frank Bracker gegen Jörg Zeller gewann, hatte ich als Einziger 100%.

Gegen Frank Bracker war das Gleichgewicht nie gestört, so dass wir uns schließlich im Doppelspringerendspiel auf Remis einigten. Damit behielt ich weiter einen halben Punkt Vorsprung auf die Verfolger, denen außer Frank auch noch Alexander Bodnar, Bernd Westphal und Steffen Wrage angehörten.

In der fünften Runde war mein Gegner Bernd Westphal, gegen den ich vor einem Jahr noch sehr glücklich (Zeitüberschreitung in Verluststellung) gewonnen hatte, diesmal war mein Sieg überzeugend, da seine Felderschwächen es ihm unmöglich machten, das Läuferpaar konstruktiv einzusetzen. Gleichzeitig blieben auch Frank Bracker gegen Steffen Wrage sowie Alexander Bodnar gegen Martin Reinke siegreich.

In der sechsten Runde überließ ich Ralf Adloff das Läuferpaar, um dafür Aktivität, aber nachdem er dieses zurückgab und meine Aktivität neutralisierte, steuerte die Partie unaufhaltsam in den Remishafen. Gleichzeitig endete auch die Partie zwischen Frank Bracker und Alexander Bodnar mit einer Punkteteilung.

In der siebten Runde setzte Martin Reinke mir keinen nennenswerten Widerstand entgegen. Gleichzeitig blieb auch Alexander Bodnar siegreich, da Jens Fransson im Remisendspiel seine Zeit ablaufen ließ, während Frank Bracker mit einer Sekunde Restbedenkzeit die Zeitüberschreitung von Bernd Westphal bemerkte, aber nicht schnell genug die Uhr zur Reklamation anhielt – remis.

Überrascht stellte ich fest, dass ich in der achten Runde gegen Sabrina Schlüter spielen sollte, welche 4 Punkte hatte. Hatte sie nicht eine Runde vorher noch 2½ Punkte gehabt? Tatsächlich war ihr Ergebnis der sechsten Runde falsch (0 statt ½) eingegeben (dabei sollte Mike die Spielstärke seiner Tochter doch am besten kennen) und später korrigiert worden.

Zwar spielte ich alles andere als überzeugend, aber nachdem Sabrina sich zu einem Figurenopfer entschloss, das 1. verlockend, aber 2. unnötig und 3. inkorrekt war, ließ sich mein Sieg nicht vermeiden.

Auch Alexander Bodnar und Frank Bracker gewannen, es blieb also vorne alles beim alten.

In der letzten Runde traf ich auf Jörg Zeller, der sich nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase wieder nach vorne gearbeitet hatte. Nachdem sich das Brett schnell leerte, einigten wir uns im Läuferendspiel auf Remis, so dass die Entscheidung über den Turniersieg noch nicht gefallen war.

Ralf Adloff hatte gegen Alexander Bodnar diverse Gewinnchancen, nutzte sie aber nicht, so dass sich das Blatt wendete und Alexander gewann.

Damit musste die Buchholzwertung über den Turniersieg entscheiden. Wie man sich wohl vorstellen kann, gibt es bei 18 Teilnehmern und 9 Runden in der Spitze eine nicht gerade kleine Schnittmenge der gemeinsamen Gegner. Tatsächlich hatten 6 Teilnehmer das Vergnügen, sowohl gegen Alexander als auch gegen mich zu spielen, hinzu kommt der direkte Vergleich, so dass die Schlussrundenergebnisse von vier Leuten letztendlich ausschlaggebend waren (also keine Streichholzbuch Buchholzstreichwertung). Diese hatten zu allem Überfluss vor der letzten Runde jeweils 4 Punkte. Aber während Mirko Neitzel und Sabrina Schlüter beim besten Willen zusammen nicht mehr als einen Punkt für meine Buchholzwertung beisteuern konnten (sie spielten nämlich gegeneinander), wären alles andere als zwei Siege von Steffen Wrage und Emile Joseph gegen nominell deutlich schwächere Gegner (und damit zwei Punkte für Alexanders Buchholzwertung) eine große Überraschung gewesen – und so kam es schließlich auch.

Aber immerhin ist der zweite Platz noch eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, bietet aber trotzdem noch Steigerungspotenzial.

 Holger Hebbinghaus (12.09.2009)


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Letzte Aktualisierung: 19. September 2009