Quickstep-Chess Buchholz und Bremen 2009


Aufmerksamen Lesern des letzten Rundschreibens sollten die Quickstep-Chess-Turniere bereits ein Begriff sein, allen anderen seien noch ein paar Informationen hinzugefügt.

Es handelt sich hierbei um eine von Wildeshausener Schachfreunden organisierte Turnierserie. Die Turniere werden jeweils an einem Tag durchgeführt, wobei nach Spielstärke abgestufte Gruppen mit jeweils vier Leuten gebildet werden und die Bedenkzeit eine Stunde für 30 Züge, anschließend 30 Minuten für den Rest der Partie beträgt. Das Startgeld beträgt 12 Euro (bzw. 9 Euro für Schüler und Studenten), und der Sieger jeder Gruppe erhält 33 Euro (bei Punkt- und Wertungsgleichheit an der Spitze wird geteilt).

 

Mein Eindruck nach zwei Turnierteilnahmen ist durchaus positiv; natürlich ist die Bedenkzeitregelung sehr gewöhnungsbedürftig, aber durch die Gruppeneinteilung hat man mehr oder weniger gleich starke Gegner, man muss nur einen Tag investieren, das Ganze ist (auch durch die DWZ-Auswertung) ernsthafteres Schach als Schnellschach, und die Preisgeldverteilung hält potenzielle Preisgeldjäger und Unruhestifter von einer Teilnahme ab.

 

Nachdem die ersten sieben Turniere der Serie alle westlich der Weser stattfanden (fünf in Wildeshausen und je eins in Neubruchhausen und Löningen), war am 17.10. Buchholz der Austragungsort. Drei Marmstorfer nahmen teil, und natürlich waren es die drei, welche in Buchholz wohnen.

Da leider nicht alle Gruppen in einem Raum spielten, habe ich von Jannis’ Partien kaum etwas mitbekommen; nur in der letzten Runde konnte ich nach Beendigung noch bei seiner Partie zusehen – unglücklicherweise stellte er gerade in dem Moment die Dame ein.

Mit einem Punkt aus drei Partien musste er sich in der Gruppe K mit Platz 3 begnügen und verlor etliche DWZ-Punkte.

Tobias Kolschewski spielte hingegen im gleichen Raum wie ich und bot eine starke Leistung; nach zwei sicheren Siegen stand er bereits vor der letzten Runde als Sieger der Gruppe D fest, und wenn nicht das HSV-Spiel live gezeigt worden wäre, hätte er sicherlich auch in der letzten Runde noch versucht, seinen Vorteil in den ganzen Punkt umzusetzen. Aber auch so durfte er sich nicht nur über das Preisgeld, sondern außerdem über ungefähr 50 DWZ-Punkte freuen.

Ich war in der Gruppe A so deutlich favorisiert, dass ich selbst mit 2½ Punkten noch einen DWZ-Punkt eingebüßt hätte.

Auf dem Brett war dies allerdings nicht so deutlich zu sehen. Bereits in ersten Runde benötigte ich gegen Christian Ziemann fast die gesamte Spielzeit, um den ganzen Punkt zu holen. In der zweiten Runde folgte dann ein Remis gegen Hannes Meyner, so dass ich auf jeden Fall mit DWZ-Verlust aus dem Turnier hervorgehen würde. Auf der anderen Seite stand aufgrund der übrigen Resultate fest, dass mir ein Remis gegen Jürgen Meyer in der letzten Runde mindestens zum geteilten Gruppensieg reichen würde, wenn Hannes nicht gegen Christian gewinnen würde, sogar zum alleinigen.

Ich erreichte eine aussichtsreiche Stellung, fand aber (im Gegensatz zum elektronischen Analyseknecht) keine erfolgsversprechende Fortsetzung, so dass ich ins Remis abwickelte. Hannes gewann seine Partie, so dass das Preisgeld geteilt wurde.

 

Eine Woche später war Bremen Austragungsort, und diesmal war ich einziger Marmstorfer Vertreter. Erneut war ich in der Gruppe A favorisiert, aber da diese im Schnitt 80 DWZ-Punkte besser besetzt war als eine Woche vorher, reichten diesmal schon 2½ Punkte, um DWZ-Verlust zu vermeiden.

In der ersten Runde durfte ich mich mit Germaine Kickert auseinandersetzen, und nachdem ich in ihrer Zeitnot meinen Vorteil konsequent minimierte, griff Germaine nach überstandener Zeitkontrolle so schwer daneben, dass die Partie unmittelbar vorbei war.

In der zweiten Runde traf ich auf Carsten Steinle, der seine Auftaktpartie gegen Sebastian Müer gewonnen hatte. Nachdem sich die Stellung vereinfacht hatte, wurde der Punkt geteilt und damit die Entscheidung über den Gruppensieg vertagt. Gleichzeitig konnte sich Sebastian gegen Germaine durchsetzen.

Da in der letzten Runde Sebastian seine Königssicherheit sträflich vernachlässigte, konnte ich nach 21 Zügen den ganzen Punkt verbuchen und musste nun noch abwarten, ob Carsten mit mir gleichziehen oder Germaine eine lange Rochade verhindern und mir damit zum alleinigen Gruppensieg verhelfen würde.

Die Partie nahm fast die gesamte Spielzeit in Anspruch, ehe schließlich der Punkt geteilt wurde, so dass neben dem Rückgewinn einiger in der Vorwoche abhandengekommener DWZ-Punkte auch der alleinige Gruppensieg zu Buche stand.   

 

 Holger Hebbinghaus (26.10.2009)


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Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2009