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Aufmerksamen Lesern des letzten Rundschreibens sollten die
Quickstep-Chess-Turniere bereits ein Begriff sein, allen anderen
seien noch ein paar Informationen hinzugefügt.
Es
handelt sich hierbei um eine von Wildeshausener Schachfreunden
organisierte Turnierserie. Die Turniere werden jeweils an einem
Tag durchgeführt, wobei nach Spielstärke abgestufte Gruppen mit
jeweils vier Leuten gebildet werden und die Bedenkzeit eine Stunde
für 30 Züge, anschließend 30 Minuten für den Rest der Partie
beträgt. Das Startgeld beträgt 12 Euro (bzw. 9 Euro für Schüler
und Studenten), und der Sieger jeder Gruppe erhält 33 Euro (bei
Punkt- und Wertungsgleichheit an der Spitze wird geteilt).
Mein
Eindruck nach zwei Turnierteilnahmen ist durchaus positiv;
natürlich ist die Bedenkzeitregelung sehr gewöhnungsbedürftig,
aber durch die Gruppeneinteilung hat man mehr oder weniger gleich
starke Gegner, man muss nur einen Tag investieren, das Ganze ist
(auch durch die DWZ-Auswertung) ernsthafteres Schach als
Schnellschach, und die Preisgeldverteilung hält potenzielle
Preisgeldjäger und Unruhestifter von einer Teilnahme ab.
Nachdem die ersten sieben Turniere der Serie alle westlich der
Weser stattfanden (fünf in Wildeshausen und je eins in
Neubruchhausen und Löningen), war am 17.10. Buchholz der
Austragungsort. Drei Marmstorfer nahmen teil, und natürlich waren
es die drei, welche in Buchholz wohnen.
Da
leider nicht alle Gruppen in einem Raum spielten, habe ich von
Jannis’ Partien kaum etwas mitbekommen; nur in der letzten Runde
konnte ich nach Beendigung noch bei seiner Partie zusehen –
unglücklicherweise stellte er gerade in dem Moment die Dame ein.
Mit
einem Punkt aus drei Partien musste er sich in der Gruppe K mit
Platz 3 begnügen und verlor etliche DWZ-Punkte.
Tobias Kolschewski spielte hingegen im gleichen Raum wie ich und
bot eine starke Leistung; nach zwei sicheren Siegen stand er
bereits vor der letzten Runde als Sieger der Gruppe D fest, und
wenn nicht das HSV-Spiel live gezeigt worden wäre, hätte er
sicherlich auch in der letzten Runde noch versucht, seinen Vorteil
in den ganzen Punkt umzusetzen. Aber auch so durfte er sich nicht
nur über das Preisgeld, sondern außerdem über ungefähr 50
DWZ-Punkte freuen.
Ich
war in der Gruppe A so deutlich favorisiert, dass ich selbst mit
2½ Punkten noch einen DWZ-Punkt eingebüßt hätte.
Auf
dem Brett war dies allerdings nicht so deutlich zu sehen. Bereits
in ersten Runde benötigte ich gegen Christian Ziemann fast die
gesamte Spielzeit, um den ganzen Punkt zu holen. In der zweiten
Runde folgte dann ein Remis gegen Hannes Meyner, so dass ich auf
jeden Fall mit DWZ-Verlust aus dem Turnier hervorgehen würde. Auf
der anderen Seite stand aufgrund der übrigen Resultate fest, dass
mir ein Remis gegen Jürgen Meyer in der letzten Runde mindestens
zum geteilten Gruppensieg reichen würde, wenn Hannes nicht gegen
Christian gewinnen würde, sogar zum alleinigen.
Ich
erreichte eine aussichtsreiche Stellung, fand aber (im Gegensatz
zum elektronischen Analyseknecht) keine erfolgsversprechende
Fortsetzung, so dass ich ins Remis abwickelte. Hannes gewann seine
Partie, so dass das Preisgeld geteilt wurde.
Eine
Woche später war Bremen Austragungsort, und diesmal war ich
einziger Marmstorfer Vertreter. Erneut war ich in der Gruppe A
favorisiert, aber da diese im Schnitt 80 DWZ-Punkte besser besetzt
war als eine Woche vorher, reichten diesmal schon 2½ Punkte, um
DWZ-Verlust zu vermeiden.
In
der ersten Runde durfte ich mich mit Germaine Kickert
auseinandersetzen, und nachdem ich in ihrer Zeitnot meinen Vorteil
konsequent minimierte, griff Germaine nach überstandener
Zeitkontrolle so schwer daneben, dass die Partie unmittelbar
vorbei war.
In
der zweiten Runde traf ich auf Carsten Steinle, der seine
Auftaktpartie gegen Sebastian Müer gewonnen hatte. Nachdem sich
die Stellung vereinfacht hatte, wurde der Punkt geteilt und damit
die Entscheidung über den Gruppensieg vertagt. Gleichzeitig konnte
sich Sebastian gegen Germaine durchsetzen.
Da in
der letzten Runde Sebastian seine Königssicherheit sträflich
vernachlässigte, konnte ich nach 21 Zügen den ganzen Punkt
verbuchen und musste nun noch abwarten, ob Carsten mit mir
gleichziehen oder Germaine eine lange Rochade verhindern und mir
damit zum alleinigen Gruppensieg verhelfen würde.
Die
Partie nahm fast die gesamte Spielzeit in Anspruch, ehe
schließlich der Punkt geteilt wurde, so dass neben dem Rückgewinn
einiger in der Vorwoche abhandengekommener DWZ-Punkte auch der
alleinige Gruppensieg zu Buche stand.
Holger Hebbinghaus
(26.10.2009) |