|
In diesem Jahr hatten sich sieben Marmstorfer zur Turnierteilnahme
ins Millerntorstadion eingefunden; im A-Open nahmen Rainer, Tobias
M. und ich teil, im B-Open Familie Kalauch und Ernst-August.
-
Runde: Waterloo
…
für Lucas; gegen Wolfgang Schwerdtfeger darf er
schon verlieren, aber so sollte er auch mit Schwarz nach 11
Zügen nicht stehen:

Ernst-August durfte am Spitzenbrett Platz nehmen
und kassierte ebenfalls eine Null, während der Rest remisierte,
womit Rainer (gegen mich), Johannes und Jonathan wohl eher
zufrieden waren als Tobias und ich.
-
Runde: Everybody
gets a second chance …
,einen ganzen Punkt
einzufahren, und Tobias, Jonathan, Lucas und ich nutzten diese
ebenso wie die Gegner von Johannes, Ernst-August und Rainer,
wobei sich letzterer in der folgenden Stellung von Christoph
Schröder mit dem höchst unangenehmen Bauernopfer
7.Sc3 Dxb2 8.Db1!!
konfrontiert sah

-
Runde: I don't
like mondays …
mag sich die deutsche Vizemeisterin Alisa Frey
gedacht, nachdem sie erkannte, dass sie mit

12.Se2? mir
meinen Wunsch, ...e5 durchzusetzen, praktisch von den Augen
abgelesen hatte oder spätestens, nachdem sie versuchte,

mit
25.Txe8?
(mit der Idee 25..Txe8 26.Dh3) Damentausch zu vermeiden und den
f-Bauern zu halten (in gewisser Weise gelang es ihr auch, aber
der Preis war zu hoch).
Insgesamt konnte die Marmstorfer Einschätzung des
Montags als ausgewogen bezeichnet werden; neben mir gewann auch
Lucas, während Tobias und Jonathan verloren und die Generation
Ü40 remisierte.
-
Runde: Bette
Davis eyes …
hat Jasmin Zimmermann zwar nicht, aber es fällt
schwer, eine schachliche Erklärung zu finden, warum Jonathan
sich hier

zu
11...Sfxe4?? hinreißen ließ.
Auch der Rest der Familie Kalauch war ebenso wie
Tobias erfolglos, während Rainer, Ernst-August und ich gewannen
(wobei mein Gegner zwei halbe Punkte verschenkte).
-
Runde: Wish you
were here …
hat nicht wirklich irgendjemand erklärt, aber in
jedem Fall konnte ich die 5.Runde nicht mitspielen und kann
daher nur vom Hörensagen berichten. Während Tobias und Rainer
gewannen, verloren Johannes und Lucas, während sich Jonathan und
Ernst-August remis trennten (laut Partiesammlung in der
folgenden Stellung, was ich zu bezweifeln wage).

-
Runde: Through
the barricades …
stürmte Tobias;

es ist jedenfalls ein ästhetischer Genuss, wie in
seiner Partie gegen Matthias Kemény
alle seine Figuren nach
22...d3 auf den weißen König zielen.
Außerdem gewannen sämtliche teilnehmenden
Marmstorfer, deren Vorname mit einem J beginnt (wie erfolgreich
wäre diese Runde erst gewesen, wenn auch Jonny C., Jeronimo,
Jörg, Jens, Jan-Hendrik und Jannis teilgenommen hätten), während
Ernst-August und ich remisierten, Rainer böse unterging und
Lucas im 40.Zug seine Zeit ablaufen ließ.
-
Runde: Up and
down …
ging es in Jonathans Partie gegen Rüdiger Bangert
zu.

Während er hier schon mit
25.Sg5 Lg7 26.Dxe6+
Kh8 27.Sxg6+hxg6 28.Dxg6 direkt mattsetzen kann (aber
lieber den e6 direkt verzehrte),

hier immer noch auf Gewinn stand (was nach
29.Sf7+??
nicht mehr der Fall war),

hat sich mittlerweile die Stellungsbewertung
gewandelt, und Schwarz hätte mit
70... Tf2 71.Dc1 T7f6
unter Ausnutzung des Zugzwangs gewinnen können (weiter
geht es mit 72.Dg1 Tc2
73.Dh1 Tff2), ließ den Turm aber bereits auf f3
nieder
Auch danach

ließ Schwarz den nicht fernliegenden
Gewinnzug 88...g2
aus, worauf die Partie kurze Zeit später tatsächlich Remis
endete.
Nicht ganz so dramatisch kamen die Remisen bei
Rainer und mir zustande, außerdem gewannen Tobias und Lucas,
während Johannes und Ernst-August verloren.
-
Runde: Alive and
kicking …
ist eine andere Sparte des FC St. Pauli, die
gelegentlich das Stadion nutzt und dabei von den Zuschauern
großzügig mit Getränken versorgt wird, so dass es zumindest eine
gute Ausrede für Kurzremisen gab, schließlich konnte man auf
diese Weise am Bildschirm begeisternde Technik verfolgen. Nicht
ganz begeisternd war die Technik unserer Spieler oder wie lässt
sich sonst erklären, dass Rainer mit Schwarz die folgende
Gewinnstellung gegen Thomas Rieling noch verlor? (Vielleicht
wollte er einfach der bereits erwähnten Alisa Frey aus dem Wege
gehen, die in der Schlussrunde Thomas Rieling gnadenlos
zusammenschob.)

Weitere Nullen gab es für Johannes und Tobias,
während Jonathan unseren einzigen Sieg holte.
-
Runde: The sun
always shines on TV ...
, am Hamburger Himmel hingegen hat sich die Sonne
in den Sommerurlaub verabschiedet. An den Brettern gab es Licht
und Schatten; Familie Kalauch war mit Siegen für Johannes und
Lucas und einem Remis für Jonathan (womit dieser den Ratingpreis
<1600 gewonnen hätte, wäre er bei der Siegerehrung anwesend
gewesen) noch einmal erfolgreich, während es für Ernst-August
und Rainer noch einmal Nullen und für Tobias und mich halbe
Punkte gab.
Und sonst?
Trotz eines Rückgangs der Teilnehmerzahl sind die Organisatoren
geneigt, das Turnier im nächsten Jahr erneut zu veranstalten, und
ich bin sicher, dass die meisten Teilnehmer die guten
Spielbedingungen und die professionelle Organisation zu schätzen
wissen und wiederkommen werden.
Dennoch habe ich einen Kritikpunkt:
Das
FIDE-Handbook enthält folgende Regelung zum Thema
„Buchholzwertung für abwesende Spieler und kampflose Punkte“:
„Handling of unplayed games for calculation of
Buchholz (Congress 2009)
There are two points of view:
-
for the player himself who gets a
result by default or is absent
A virtual opponent of the player is used to calculate the
Buchholz of the player. A virtual opponent has the same points
at the beginning of the round and the result by default of a
player is treated as a normal result, so a loss by default (or
absence) is a win for the virtual opponent and vice versa. For
each next round the virtual opponent gains half a point.
- for the opponents in other rounds of the player who gets a
result by default
For reducing the consequence for the opponents when calculating
Buchholz, each resultBy default of a player is counted as a half
point (draw) for the Buchholz of the player’s opponents“
Dies wurde beim
St.Pauli-Open nicht so gehandhabt, sondern es gab bei Abwesenheit
0 Buchholzpunkte. Dies sollte m.E. unbedingt geändert werden, denn
es muss doch im Interesse aller liegen, dass ein Spieler, der sich
für eine Runde abmeldet, nicht schlechter gestellt wird, als ein
Spieler, der sich in der Runde mitpaaren lässt, aber nicht
antritt.
Epilog:
Und damit niemand die Aberkennung meines FM-Titels oder noch
schlimmer die Aberkennung meiner Blitzvereinsmeisterschaftstitel
wegen fehlender Quellenangaben fordert, seien hier noch meine
Inspirationsquellen für die Rundenüberschriften angegeben, es sind
in chronologischer Reihenfolge ABBA, Mike & the Mechanics, The
Boowntown Rats, Kim Carnes, Pink Floyd, Spandau Ballet, Vengaboys,
Simple Minds und a-ha.
Holger Hebbinghaus
(18.07.2011) |