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Vorbericht:
Bille hat, nachdem Frank Müller zu St.
Pauli wechselte, offenbar ähnliche Probleme damit,
Landesliga-Stammspieler zu finden wie wir, denn die Meldung an
Brett 8 ist sicher nicht als Förderung des Mädchenschachs zu
verstehen. Angesichts der ausgeglichen besetzten Mannschaft
von Bille ist in diesem Wettkampf alles drin, und wenn dann
Martin Kopisch kurzfristig zu Überstunden eingeteilt wird ...
Ergebnis:
Bille SC 3 - 5 Marmstorf
1 Bigot,Andreas 0 : 1 Hebbinghaus,H 1
2 Bertram,Andre 0 : 1 Hawellek,Jero 2
3 Jess,Rainer 0 : 1 Mueller,Jan H 4
4 Kopisch,Marti 1 : 0 Diekmann,Jens 5
5 Jantzen,Hans- 1 : 0 Schmidt-Braun 6
6 Woelk,Siegfri 1 : 0 Mueller,Tobia 7
7 Paust,Wolf-Di 0 : 1 Hohlbein,Mich 8
11 Kraft,Norbert 0 : 1 Kielhorn,Seba 10
Spielbericht:
Punktlandung in der Schlussrunde: Holger lockte seinen Gegner
in der Eröffnung auf ein ihm unbekanntes Terrain, so dass
dieser sich gezwungen sah, eine Figur zu geben. Andreas Bigot
erhielt dafür allerdings einiges Spiel und wäre es nicht
Holger gewesen, der neben mir gesessen hätte, so hätte ich die
Partie als völlig unklar abgeschätzt, aber so gab es
irgendwann ein Mattnetz und einen Punkt für uns. Michaels
Gegner kam eine halbe Stunde zu spät und musste schon nach
wenigen Zügen feststellen, dass es ungünstige Auswirkungen
haben kann, wenn mehrere Leichtfiguren gleichzeitig
angegriffen sind. Die Partie lief dann mit einem bequemen
Materialvorsprung der Zeitnotphase entgegen und wurde
schließlich von Michael zum Sieg geführt. Einen weiteren
vollen Punkt gab es bei Sebastian Kielhorn, der zunächst mit
dem weißen Morragambit nicht viel anfangen konnte (und ich
hatte gedacht, wer bei Peter Harms Schach gelernt hat, würde
alle obskuren Gambitfortsetzungen kennen). Als sich der Gegner
jedoch in seinem Angriffsdrang auch zu größeren Investitionen
bereit fand, muss Sebastian an einer Stelle genauer gerechnet
haben. Jan Hendrik spielte, wie wir in der späteren Analyse
feststellten, zu Recht nicht auf ein Matt auf g7, sondern auf
eine potentielle neue Dame auf der a-Linie und kam damit zum
Erfolg, als das Wort "potentielle" entfiel. In der
Zwischenzeit hatte Tobias erneut eine gute Stellung in der
Zeitnotphase eingestellt und Jens hatte eine Position, in der
er sich eigentlich sicher fühlte, aus der Hand gegeben, wobei
mir entgangen ist, wie dies passierte. Nach der Zeitkontrolle
stand es damit 4:2, was zu berechtigten Hoffnungen Anlass gab,
da ich in der Eröffnung einen Bauern gewonnen hatte und nun in
einem nahezu unverlierbaren Endspiel mit entferntem
Mehrfreibauern gelandet war. Entgegen dem Grundsatz "iudex non
calculat" vergewisserte ich mich durch dreimaliges
(fehlerfreies) Nachzählen, dass uns wirklich nur noch ein
halber Punkt für den Klassenerhalt fehlte und bot remis an. Da
aber der Mannschaftsführer von Bille die gleiche Rechnung
aufgestellt hatte, musste mein Gegner schweren Herzens
weiterspielen und das resultierende Turmendspiel wenig später
aufgeben. Kurz vor der zweiten Zeitkontrolle wählte Rainer
nicht die zähesten Verteidigungszüge und überließ damit seinem
Gegner ein entscheidendes verbundenes Freibauernpaar, so dass
die letzte Partie noch verloren ging.
Mit dem 5:3 im letzten Wettkampf hatten wir doch noch die
Abstiegszone verlassen und gleichzeitig zum ersten Mal in
einem Landesligawettkampf nur entschiedene Partien gehabt.
Beeindruckend war, dass Holger nicht
nur dies unmittelbar nach dem Wettkampf angeben konnte,
sondern zusätzlich noch, dass es bislang nur ein
Landesligamatch gab, in dem er allein dafür verantwortlich
war, dass dieses Ereignis nicht früher eintrat (nämlich beim
6,5:1,5-Sieg gegen den SKJE zwei Jahre zuvor).Ob es auf
unseren Sieg in der letzten Runde wirklich ankam, ist
mittlerweile durch eine E-Mail von Jürgen Kohlstädt in Frage
gestellt worden, der angibt, dass es infolge der Ergebnisse
der höheren Ligen (kein Hamburger Absteiger aus der Oberliga)
nur einen Absteiger aus der Landesliga gibt. Meines Erachtens
gibt aber die Turnierordnung klar vor, dass es stattdessen
zwei Absteiger und einen weiteren Stadtligaaufsteiger gibt.
Beim Blick auf die Einzelergebnisse über die ganze Saison
fällt auf, dass Holger am ersten Brett wieder ein überragendes
Ergebnis erzielt hat. Mit 6,5 Punkten ist er dort zweitbester
Spieler gewesen. Dass er solche Ergebnisse erreicht, obwohl er
die Weißpartien gegen Wolter und Kreutzkamp schon nach wenigen
Zügen remis gegeben hat, zeigt wie stark
er sich gegen die Topspieler der Liga schlägt. Vor allem der
Schwarzsieg gegen Enno Heyken, der in dieser Saison alle
anderen Partien gewann (!), verdient größten Respekt. Obwohl
ich eine Partie mehr als Holger gewinnen konnte, blieb ich in
der Punktausbeute hinter ihm. Die Mannschaft hat übrigens nur
in den drei Wettkämpfen Punkte geholt, in
denen wir beide gewonnen haben. Da unsere dritten Bretter
(Frank, Harm, Jonathan) dazu neigen, den Verein zu verlassen,
war es sicherlich richtig, dem mit der Meldung von Paul einen
Riegel vorzuschieben. Er kam zwar nicht zum Einsatz, aber
immerhin brauchte er auch nicht wie in den 50er Jahren das
Material zu transportieren...
Die eigentlichen Bretter drei bis fünf sind erkennbar unsere
Problemzone. Ich hoffe, dass Tobias seine Zeiteinteilung
optimiert. Da er in diesem Fall nach eigener Einschätzung
mindestens 100 DWZ-Punkte stärker sein wird, könnte er dann
nach vorn rücken und damit die anderen Spieler entlasten.
Michael und Christoph zeigten sich an ihren Brettern
gut aufgehoben; Christophs einzige Niederlage gegen den HSK
hätte auch gut ein Sieg werden können. Die weiteren
Ersatzspieler haben zusammen 50% geholt und es mir in diesem
Jahr leichter als erwartet gemacht, die
Mannschaft zu komplettieren. Während ich im Vorjahr mehrfach
auf Last-minute-Zusagen von Matze angewiesen war, reichte
diesmal schon ein Kader von 13 Spielern aus, um bei jedem
Wettkampf rechtzeitig den Achter vollständig zu haben, so dass
ich Uwe und Tobias K. gar nicht zu fragen brauchte.
(Jeronimo Hawellek,
18.04.2010)
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