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Landesliga 2014/2015

SK Marmstorf I - Diagonale Harburg I 4½-3½


Zum dritten Mal trafen wir in der Landesliga auf den Lokalrivalen und zum dritten Mal gab es ein 4,5:3,5. Nachdem wir 2013 in einem Wettkampf auf höchstem Niveau mit diesem Ergebnis gewonnen hatten, letztes Jahr aber in der Alten Forst nur zweiter Sieger wurden, gab es in diesem Jahr an eigenen Brettern wieder einen Erfolg für uns. Wie stark die Diagonalen sind, hängt, nachdem ein uns sehr bekannter fast-GM seine schachliche Heimat wieder einmal gewechselt hat, noch mehr davon ab, wie viele Dänen im Team sind. Während in den Vorjahren gegen uns insofern fast alles ausgeschöpft wurde, was der Kader hergab, war diesmal zu Spielbeginn kein einziger Däne im Vereinshaus, was dazu führte, dass Holger (H.) erst einmal ohne Gegner da saß. Wir waren dagegen gerade noch vollständig geworden, weil neben Holger F., der schon seit geraumer Zeit als Ersatz verpflichtet war, am Vortag auch Björn kurzfristig zugesagt hatte, bei uns auszuhelfen. Schließlich kam nach etwa einer Viertelstunde auch Diagonales Nr. 1 Nils Jørgen an, dessen Navi unser Vereinshaus offenbar woanders vermutet hatte und schimpfte laut, dass man uns ja gar nicht finden könne.

Mein erster Blick auf die Eröffnungen versprach einen spannenden Wettkampf: Gut sah es vor allem bei Björn aus, der klaren Entwicklungsvorsprung besaß und diesen bald auch in Materialvorteil umwandelte. Jens hatte eine Variante des Alapin-Sizilianers auf dem Brett, die in den 90ern vielfach von Frank Palm, Holger Fabig und mir auf weißer Seite gegen Jens, Michael und KJ ausgefochten wurde. Jens wusste also was zu tun war. Dafür sah sich Matze einem sehr gefährlichen Königsangriff gegenüber, aus dem er nur unter großen Zugeständnissen ins Endspiel entwischen konnte. Christoph fand sich nach einem frühen Damentausch in einer taktisch komplexen Stellung wieder. Aufgrund seiner schlechten Struktur war klar, dass er etwas konkretes finden musste, da sein Gegner sonst ein ausgiebiges Bauernfrühstück zu nehmen drohte.

Während bei mir die Zeit knapp wurde, bekam ich nur noch mit, dass Jens seine Partie gewonnen, Holger F. verloren hatte und Holger H. seine passive Stellung wieder einmal zum Remis zusammenhalten konnte. Ich hatte mich um den 20. Zug recht wohl gefühlt, hatte aber einen trickreichen Springerzug übersehen, wonach mein Gegner plötzlich überall Gabeln drohte. Nachdem ich zunächst richtig reagiert hatte und in ein ausgeglichenes Endspiel abwickelte, sah ich mich plötzlich nicht mehr in der Lage, dem einzigen gefährlichen Bauern, der meinem Gegner verblieben war, Einhalt zu gebieten. Der Computer zeigte mir später, dass es eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu gab. Der Zug meiner Wahl gehörte definitiv nicht dazu, so dass ich kurz vor Ablauf meiner Bedenkzeit aufgab.

Beim Stand von 1,5:2,5 konnte ich mich damit wieder den anderen Brettern widmen: Christoph war es gelungen, eine Qualität zu gewinnen. Nachdem er die Stellung auf ein reines Turm-gegen- Läufer-Endspiel mit Bauern auf beiden Flügeln reduziert hatte, war ich mir sicher, dass er gewinnen würde. Gleiches galt für Björn, der drei Mehrbauern besaß, obwohl diese bei ungleichfarbigen Läufern nicht leicht zu verwerten waren. Bei Matze sah ich keine realistische Möglichkeit, dass dort ein anderes Ergebnis als ein Remis herauskommen würde. Dementsprechend erlaubte ich Jan Hendrik remis zu spielen, um den zum Sieg noch fehlenden halben Punkt zu erhalten. Vielleicht hätte ich doch eher den Satz "iudex non calculat" berücksichtigen sollen, denn die Addition enthielt noch ein paar von mir nicht berücksichtigte Unbekannte. Neben Christoph vermeldete nämlich plötzlich Matze einen Sieg, weil sein Gegner seinen Läufer durch eine Springergabel verloren hatte. Dafür stellte Björn beim Versuch, die Stellung zu vereinfachen, ein verbundenes Freibauernpaar ein. Beim Stand von 4:3 mussten wir damit noch einmal zittern. Björn hatte zwar immer noch einen Bauern mehr und eine Stellung, die er kaum verlieren konnte, er ließ aber seine Restbedenkzeit für den Geschmack seiner ausharrenden Mitspieler viel zu weit ablaufen. Schließlich sah aber sein Gegner aber keie sinnvolle Möglichkeit mehr, trotz des ihm verbliebenen Minusbauern noch Gewinnversuche zu unternehmen. Unser last-minute-Einsatz Björn war damit der Held des Tages, obwohl er selbst immer noch ob seines Einstellers haderte.

Die schönste Kombination spielte diesmal Jens:

Schwarz muss zum Mattsetzen nur noch die Dame ablenken.

Daher 20... Txc4! Wenn der genommen wird, setzt 21... Sh3+ nebst Df3 matt (21...Df3 22. gxf4 Lh3 reicht natürlich auch).
Weiß versuchte noch 21. Txd7, behielt aber nach Txd4! wegen der anschließenden Springergabel auf e2 eine Figur zu wenig. Die Stellung ist hier allerdings schon sehr nebenlösig: Neben der ins Auge fallenden Alternative 21... Dxd7 mit der bereits bekannten Idee 22. Dxc4 Dxd4, hat Holger in seinen Partiekommentaren auch auf das sehr elegante 21... Se2+ 22. Kg2 Tc3 hingewiesen mit der Pointe 23. bc3: Df3+ 24. Kh3 Sf4+ 25.Kh4 Dh5#


Jeronimo
 
  SK Marmstorf 4½-3½ SV Diagonale Harburg    
1 1 Hebbinghaus,Holger ½ : ½ Fries-Nielsen,Niels Jørgen 1
2 2 Hawellek,Jeronimo,Dr.  0 : 1 Kuberczyk,Christoph 2
3 3 Mueller,Jan-Hendrik ½ : ½ Wasmuth,Matthias 3
4  5 Ramme,Christoph 1 : 0 Becker,Martin 6
5  6 Diekmann,Jens   1 : 0 Hernandez,David 7
9  7 Peschke,Matthias   1 : 0 Cotaru,Andrei  8
7 11 Fabig,Holger 0 : 1 Hoppe-Jaenisch,Daniel  10
8 14  Undritz,Bjoern ½ : ½  Haschimi,Haschem  11

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