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Oberliga Nord Staffel Nord 2015/2016

 SKJE I - SK Marmstorf I 3½-4½

 

Spielbericht

Am letzten Januartag traten wir zum Kellerduell beim SKJE an. Tobi war diesmal nicht am Start, so dass Holger Fabig zu seinem ersten Oberligaeinsatz kam. Einsatz ist auch das richtige Stichwort, denn den zeigte Holger schon vorab, weil er sich trotz wüstem Schneetreiben mit dem Fahrrad nach Harvestehude durchschlug.

SKJE schaute mal wieder zur Tafel, an der man bei aufmerksamer Betrachtung feststellen konnte, wie die Schüler des Wilhelm Gymnasiums die Leitlinie 2 ihrer Schule ("Wir stellen den ganzen Menschen in den Mittelpunkt unseres Bildungsauftrag") umsetzen. Man hätte dort ohne weiteres einen Mehrbauern verstecken können...

Der Wettkampf lief von Beginn an aus unserer Sicht recht gut: so konnte Holger Fabigs Gegner seine Dame, die er etwas optimistisch nach b7 geführt hatte, nur unter Opfer einer Qualität retten. Michael trennte sich als erster friedlich, auch bei Holger H. ließ dieses Ergebnis in einer Partie, in der die Symmetrie nur um Nuancen gestört wurde, nicht lange auf sich warten. Damit bleibt es dabei, dass kein Großmeister gegen Marmstorf gewinnt. Die deutsche Wikipedia-Seite von GM Wedberg ist übrigens im Wesentlichen von Holger geschrieben.

Jens hatte leider ein paar mögliche Befreiungszüge ausgelassen und war mit seinen Figuren zu lang im eigenen Haus geblieben, schließlich konnte er sie nur noch unter Aufgabe entscheidenden Materials entwickeln. Seine Niederlage wurde aber von Jan Hendrik wieder wettgemacht:


Jan Hendrik Müller - Christoph Schroeder

Mit 24. Sg5 nutzte Jan Hendrik aus, dass der Springer wegen Dh3 mit undeckbarem Matt nicht geschlagen werden kann. Am besten wäre nun wohl Tfe8 gewesen, verständlicherweise wollte der Schwarze aber offenbar den Springer nicht ungestört nach f7 lassen, wonach Mattideen wie z.B. La1, Db2, Sh6:+ in der Luft liegen.
In der Partie folgte 24...Tde8 wonach 25. Sh7 eine Qualität einsammelte (1:0 nach 37 Zügen).

Christoph hatte sich in einer Benoni-Struktur aktives Spiel erarbeitet und dieses in einen Mehrbauern umgesetzt, den er aber im Turmendspiel nicht verwerten konnte. Dass es durchaus Gewinnideen gab, zeigte erst Jonathan in der Analyse. Auch Holger Fabig konnte seine Mehrqualität nicht in einen Sieg umwandeln. In einer Stellung, wo beide Könige auf Matt standen, war es der Gegner, der zuerst mahlte und sich den Punkt sicherte. Auch diese Niederlage konnten wir aber sofort ausgleichen, denn Rainer hatte sehr konsequent in ein Endspiel mit gutem gegen schlechten Läufer und aktiverem König abgetauscht, das er sicher gewinnen konnte.

Beim Stand von 3,5:3,5 sollte also meine Partie darüber entscheiden, ob wir zum ersten Mal einen Oberligawettkampf mit einem oder sogar zwei Mannschaftspunkten beenden würden. Den Spatz in der Hand in Gestalt eines Mannschaftspunktes hätte ich in folgender Stellung schnappen können:


Wesal Moshtael - Jeronimo Hawellek

Mein Gegner hat gerade die Hälfte seiner nach dem 40. Zug gewonnen Zusatzbedenkzeit investiert, um auf 41. Df1 zu verfallen, was mit Dh3 droht, den schwarzen König zu belästigen. Nachdem ich realisiert hatte, dass das zunächst geplante 41... Kg8 (Idee 42. Dh3 Th7, weil alle Endspiele gut für Schwarz sein müssen) wegen 42. Th6 nicht gut ist, dachte ich über 41... De8 nach, was wohl die Folge 42. Dh3 Txe3 43. Dh7+ Kf6 44. Dh4+ mit Dauerschach erzwungen hätte. Ich schätzte meine Stellung aber (zu Recht) als besser ein und kam auf den richtigen Gedanken mit 41... Sd4 die weißen Angriffsbemühungen weitgehend zu ignorieren. Dabei galt es vor allem zu erkenen, dass ich nach 42. Dh3 Da7 43. Dh7+ Ke8 44. Dxg6+ Kd7 zwar einen Bauer mit Schach gebe, anschließend aber die sicherere Stellung des schwarzen Königs den Ausschlag geben wird. Wesal fand die korrekte Verteidigung 42. g4 Da7 43. Db1 und wir gelangten etwas später in folgende Stellung:


Alle Umstehenden warteten darauf, dass ich (mit noch etwa fünf Minuten auf der Uhr) mit 53... Dxe3+ nebst Sf5+ den Sieg einfahre, aber ich schonte die Nerven meiner Mitspieler nicht. Nach 53... Df3+ 54. Dxf3 Sxf3 55. f7 Ke7 vermied mein Gegner zutreffend 56.Sf5+, weil er nach Kf8 den b-Bauern nicht mehr hätte stoppen können, aber nach 56. Sc4 wurde es noch richtig eng. Zwischenzeitlich entglitt mir das Endspiel sogar zeitweise ins Remis, während Wesal zumindest einmal seine Restbedenkzeit auf eine Sekunde ablaufen ließ.

Schließlich fand ich in dieser Stellung in der Weiß Sxb3 droht,

die jeweils einzigen zum Gewinn führenden Züge 68... Sd2 69. Kc3 Se4+ 70. Kb2 Sc5 71. Kc3 Sa4+ und nun muss sich der weiße König von den schwarzen Bauern trennen. Nach 72. Kd2 Sc5 73. Kc1 Kb4 74. Sc6+ Ka3 (0:1) war endlich der erste Marmstorfer Oberligasieg gesichert.

Laut Ligaorakel ist damit unsere Abstiegswahrscheinlichkeit auf etwa 90 % gesunken. Das liegt aber daran, dass das Orakel nicht berücksichtigt, dass Schwerin 3 aufstiegsberechtigt ist, wenn Schwerin 2 auf einem Abstiegsplatz bleibt. Mit dieser Modifizierung müsste die Abstiegswahrscheinlichkeit noch deutlich höher eingestuft werden. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir im letzten Jahr alle Prognosen des Orakels am Abschlusswochenende widerlegen konnten, mal sehen, ob uns das auch diesmal wieder gelingt.

Jeronimo (19.02.16)

 

Partien:


Ergebnis:

  SK Johanneum Eppendorf 3½-4½ SK Marmstorf
1 1 Wedberg,Tom (2471) ½-½ Hebbinghaus,Holger 1
2 3 Moshtael,Wesal (2213) 0-1 Hawellek,Jeronimo,Dr. 2
3 4 Schroeder,Christoph (2204) 0-1 Müller,Jan Hendrik 3
4 5 Zart,Rüdiger (2173) ½-½ Rammé,Christoph 5
5 6 Behrhorst,Frank (2240) ½-½ Hohlbein,Michael 6
6 7 Schüler,Hendrik (2130) 1-0 Diekmann,Jens 7
7 13 Zobel,Andre (2015) 0-1 Schmidt-Brauns,Rainer 8
8 15 Seidel,Mika (1951) 1-0 Fabig,Holger 11

 

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