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Kreisliga A 2016

Schachfreunde V - SK Marmstorf III 3-5

 

Erster Auswärtskampf ein wenig unsouverän

Das Ergebnis von 5:3 gegen eine nominell eher schlechtere Mannschaft sieht nicht so gut aus. Wichtig ist in erster Linie aber, dass wir beide Mannschaftspunkte nach Marmstorf mitgenommen haben, auch wenn der Mannschaftsführer der Gastgeber sich dies in seiner Ansprache anders gewünscht hatte. An unserem Sieg hatte ich während des gesamten Kampfes allerdings nicht gezweifelt. Dennoch musste ich an dem einen oder anderen Brett unsouveränes Handeln feststellen, was auch in der nachträglichen Analyse der Partien zutage trat.

Winfried konnte als erster erhobenen Hauptes die Ziellinie erreichen. In seiner Partie spielte sein junger Gegner offensiv. Winfried ließ sich davon nicht beeindrucken und wählte einen sicheren Aufbau gegen e4 und f4. Als Weiß mit e5 zur Attacke blies, folgte ein langer Abtausch von Bauern und Leichtfiguren. Am Ende musste Weiß beim durchzählen der Figuren feststellen, dass dies doch gar kein Tausch war, sondern ein Figurenverlust für ihn darstellte. Im 26. Zug konnte Winfried dann Matt setzen und nicht nur er war darüber sehr erfreut.

In meiner Partie fand ich ziemliche Langeweile vor. Das lag sicherlich auch an mir, denn ich führte die weißen Steine, aber ich fand am Brett auch keine actiongeladenen (gewinnbringenden!)  Alternativen und so spiegelte die Schlussstellung das Ergebnis der Punkteteilung wieder.

So blieb mir Zeit, die noch ausstehenden sechs Partien zu betrachten und ich sah kaum eine Partie, in der ich mir Sorgen machen musste. Die machte ich mir nur bei Uwes Zeit und gegen so einen erfahrenen Gegner, wird das dann auch zu einer Sorge um die ganze Partie. Doch Uwe ist ein Kämpfer und spielte noch lange.

Kolja hatte ein Remisangebot. Da es zu diesem Zeitpunkt an den hinteren Brettern gut aussah und wir ja mit einem Punkt führten, überließ ich Kolja die Entscheidung und seinem Gefühl. Häufig weiß man selbst gut, ob man noch kneten kann oder ob einem dafür die Inspiration fehlt. Vielleicht mag der Läufer gegen den Springer in der Endstellung die bessere Figur sein. Dafür ist aber die Situation der Bauern (2 gegen 1 und 3 gegen 2 an verschiedenen Flügeln) schwer abschätzbar. Die Schachprogramme sehen zu diesem Zeitpunkt einen sehr minimalen Vorteil für Kolja. Mir blieb dieser – wie wohl auch Kolja – verborgen und so nahm er das Remis an.

Danach tat sich lange Zeit nichts. Manfred hatte die kleine Qualität mehr und stand besser. Gerhard hatte lange Zeit einen Bauern mehr und stand besser. Bodo und Markus standen ausgeglichen, ggf. auch mit Vorteilen, aber es war noch nicht klar, ob sie denn gewinnen könnten. Und Uwe mühte sich gegen Zeit und Gegner.

Bei Gerhard ereignete sich dann einiges auf dem Brett. In dieser Stellung übersah er den Gewinn:

Dahle, G. – Herrmann, S.
GER - chT HH Kreisliga A Hamburg (2.5), 05.02.2016

Gerhard hat eine Kombi auf dem Brett

Schwarz zog soeben 21. … Se6.

Mit einem beherzten 22. Txe6 hätte Weiß Vorteil erlangt (22. … Kxe6 23. Te1+ Kd6 24. c5+ Kd5 25. Txe7).

Die weitere Partie ist dem Autor bekannt und natürlich auch Gerhard. Es sei so viel verraten: Am Ende hatte Schwarz nicht mehr ausreichend Material zum Matt setzen und das Remis war gemessen am Partieverlauf das unwahrscheinlichste aller drei möglichen Ergebnisse.

Spannend wurde es aber dennoch nicht mehr. Dafür sorgte u.a. Bodos Gegner, der schon in der Eröffnung Schwierigkeiten hatte, die korrekte Abwicklung zu spielen (7. … Sxe5 sichert schon schwarze Vorteile). Nach dem notwendigen Verzicht auf die Rochade hatte Bodos Gegner noch mehr Probleme auf dem Brett. Diese besserten sich auch nach dem Damentausch nicht. Umso erstaunlicher war der offensive Zug f4, der zunächst für einen Bauernverlust und später auch dazu führte, dass Bodo eine Qualität gewinnen konnte. Am Ende brachten die beiden Türme den in die Mitte des Brettes geflohen König zur Strecke.

Manfred spielte eine gute Partie. Sich in dieser selbst zu belohnen, darauf schien er aber freiwillig zu verzichten. Zunächst ist an dieser Partie auffällig, dass erst im 15. Zug erstmals eine Figur geschlagen wurde (ein schwarzer Läufer auf a7). Beide Parteien pflegten einen eher zurückhaltenden Stil. So zog Manfreds Gegner dann den Turm auch in passiver Absicht wieder auf die Grundreihe zurück und ließ es damit zu, dass Manfred Springer und Läufer für einen Turm bekam und zudem die einzig offene Linie kontrollierte und diese – wie bei Mühle – mal auf und mal zu machte. In der Endstellung sieht jedes Schachprogramm einen nicht unerheblichen Vorteil für Manfred. Allerdings hatte er für die Schnellschachphase weniger Zeit. Möglicherweise mangelte es auch an einem konkreten Plan, um den Sieg einzutüten. Das Remis machte zwar nichts kaputt, aber ich hätte mir für Manfred gewünscht, dass er die Partie gewinnt.

Markus hatte nun, beim Stand von 4:2 für uns ein Remisangebot. Er lehnte es ab. Das sind immer die Momente im Leben eines Mannschaftsführers, die man braucht, um seinen Adrenalinhaushalt mal wieder kräftig durcheinander zu würfeln. Inzwischen war nämlich abzusehen, dass Uwe seine Partie verlieren würde und ich hatte keine Ahnung, wie Markus mit der schlechteren Zeit das Leichtfigurenendspiel gewinnen wollte. Ich war der Ansicht, dass bei hartnäckiger Passivität von Schwarz Markus nicht gewinnen konnte. Die Analyse mit dem Computer belehrt mich zwar jetzt etwas anderes, aber das muss man am Brett auch erst einmal sehen und umsetzen. Seine Chance hatte Markus übrigens schon im 24. Zug, als er einen Bauerngewinn hätte einfahren können. Ich bin mir sicher, er hat die Variante berechnet, denn er verbrauchte dort einige Zeit, aber möglicherweise hat er etwas gesehen, was ihn davon abhielt. Wie dem auch sei, sein Gegner versuchte die offensive Verteidigung und riskierte zu viel. Und dem anfangs hadernden Mannschaftsführer wurde wieder warm um's Herz: Wir hatten gewonnen

Kurz zuvor hatte Uwe nach langem Kampf aufgegeben. Aus dieser Partie habe ich nur eine Momentaufnahme, denn leider sind seine Notationen so schwach durchgedrückt, dass ich die Partie nicht vollständig erfassen konnte. Aber diese Stellung blieb mir in Erinnerung:

Raedisch, Peter (1527-409) – Grove, Uwe (1632-62)
GER - chT HH Kreisliga A Hamburg (2.2), 05.02.2016

Uwe

In dieser Stellung gab es mit Sd5 eine schöne Möglichkeit die Partie frühzeitig zu entscheiden. Offenbar war ich aber wohl der einzige im Raum, der dies sah. Als Weiß dann den Turm nach a6 zog, keimte bei mir nochmal gaaaanz kurzfristig die winzige Hoffnung auf, dass Weiß vielleicht doch den Faden verlieren würde. Aber er spielte die Partie dann sicher nach Hause.

Unter dem Strich zählen die beiden Mannschaftspunkte. Es war sicherlich mehr drin und der eine oder andere hätte auch einen Sieg beisteuern können, vielleicht sogar müssen. Da der Kampf aber zu keinem Zeitpunkt diesen vollen Punktgewinn erforderte, kann man dies entspannt sehen.

Damit sind wir nach Runde 2 geteilter Erster gleich mit zwei anderen Mannschaften (NTSV 3 und HSK 17). Ärgerlich wäre es, wenn am Ende doch noch Brettpunkte für eine entscheidende Platzierung maßgeblich wären, aber so weit denke ich jetzt noch nicht.

(Stephan Barz, 06.02.2016)

  

Ergebnis:

    Schachfreunde 5 3-5 SK Marmstorf 3
1 42 Haugwitz,Steffen ½ : ½ Barz,Stephan 24
2 43 Raedisch,Peter 1 : 0 Grove,Uwe 25
3 44 Meyer,Frank 0 : 1 Eschweiler,Markus 26
4 45 Mattiat,Kay ½ : ½ Redlich,Kolja 27
5 46 Herrmann,Sabine ½ : ½ Dahle,Gerhard 29
6 47 Grell,Christopher 0 : 1 Müller,Bodo 30
7 48 Möller,Julius  ½ : ½ Grove,Manfred 32
8 49 Kelling,Bjarne 0 : 1 Rammé,Winfried 33


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