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Oberliga Nord Staffel Nord 2016/2017

SK Marmstorf  - Agon Neumünster 5:3

Sonntag, den 07.05.2017
Spielort: Vereinshaus des SV GW Harburg, Langenbeker Weg 1c, 21077 Hamburg


Bericht SKM 1 – Agon Neumünster 1 (07.05.2017)

Vor dem letzten Mannschaftskampf der Saison war die Lage klar: Als Achter benötigten wir mindestens ein Unentschieden gegen den Neunten Neumünster, um den Klassenerhalt zu sichern und eine weitere Saison in der Oberliga zu bleiben.

Zur ersten Kuriosität kam es bereits vor Anpfiff der Partien, denn es war kein Schiedsrichter zugegen. Dieser war telefonisch nicht erreichbar und tauchte auch im weiteren Verlauf des Tages nicht mehr auf, sodass die beiden Mannschaftsführer die Uhren freigaben und sich alle Beteiligten versprachen, einen fairen Kampf ohne Streitfällen auszutragen, was dann auch gelang.

Der Schönste war an diesem Tag auch der Schnellste: Als Erstem gelang es Michael seine Partie zu beenden. Nach dem Motto „besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen“ eröffnete er mit 1.d4, ein Zug den er bis dahin erst einmal (in den Neunziger Jahren) ausprobiert hatte. Diesmal mit Erfolg: „Harry the h-pawn“ wurde auf die Reise geschickt, um den gegnerischen Königsflügel aufzureißen, was einen entscheidenden Mattangriff zur Folge hatte. Damit 1:0 für uns.

Ich konnte die erste Partiephase im „+= Modus“ spielen, nachdem meine Gegnerin ihren schwarzfeldrigen Läufer in der Eröffnung auf ein passives Feld fianchettiert hatte. Im weiteren Verlauf führte der Abtausch der weißfeldrigen Läufer zu einer Schwächung ihrer Bauernstruktur am Königsflügel, sodass ich in den „± Modus“ wechseln konnte. Nach einer weiteren Ungenauigkeit ging es dann in ein Endspiel im „+- Modus“ und damit in die längste und technischste Partiephase über, die ich letztlich ungefährdet verwerten konnte: 2:0.

In Holgers Partie hatte der Gegner nach Holgers Aussage stets die angenehmere Stellung, aber Holger ließ in gewohnter Manier nichts Entscheidendes zu, und schließlich lief der Gegner ins Dauerschach: 2,5:0,5.

Anschließend rieben sich Fans und Mitspieler verwundert sie Augen: Nachdem Jeronimo in Anspielung auf den bisherigen Saisonverlauf bereits bei der Begrüßung der Gäste seine Vorfreude auf den schachfreien Sommer angedeutet hatte, gelang ihm am letzten Spieltag tatsächlich sein erster Sieg. Erst hatte er eine Qualität gewonnen und dann einen Freibauern gegen einen verheerenden Einschlag in die gegnerische Königsstellung geopfert, der den Gegner zur sofortigen Aufgabe zwang: 3,5:0,5.

Nicht so gut erging es diesmal Matthias. „Da war nichts drin heute“, war sein Kommentar. Als ich zum ersten Mal seine Stellung ansah, hatte er bereits einen Bauern weniger bei passiver und eingeengter Stellung, insofern erschien die Niederlage letztlich folgerichtig: 3,5:1,5.

Tobias hatte zu diesem Zeitpunkt im Turmendspiel bereits zwei Bauern mehr. Statt den letzten verbliebenen Bauern des Gegners gegen einen eigenen Bauern zu tauschen und das Endspiel mit zwei verbundenen Freibauern mit geschlossenen Augen nach Hause zu spielen, entschied er sich nach dem Motto „warum einfach, wenn es auch umständlich geht“ dafür, die verbliebenen Bauern auf dem Brett zu lassen. Auch das hätte sicherlich gewonnen, wenn er seinen Turm nicht auf a1 vor dem eigenen Freibauern eingeklemmt hätte. Danach konnte der gegnerische Turm seinen König übers Brett treiben und ein baldiges Remis war die Folge. Unter anderen Umständen hätte dieser Ausgang zu einer Tragödie werden können; so jedoch besiegelte das 4:2 unseren achten Platz und damit den Klassenerhalt.

Aber mit einem Sieg bestand noch Hoffnung auf Platz 7. Jan Hendrik hatte eine Qualität gewonnen, nach eigener Aussage vor der Zeitkontrolle jedoch nicht optimal fortgesetzt. Nun hatte der Gegner zwei Mehrbauern als Kompensation, sodass es trotz aller Gewinnversuche nur zu einem Remis reichte: 4,5:2,5.

Als Letzter spielte Jens, in dessen Partie es nun um nichts mehr ging. Zwischendurch war seine Stellung so schlecht gewesen, dass ich die Partie bereits abgeschrieben hatte, aber nun hatte er plötzlich zwei Bauern für die Qualität bei äußerst unübersichtlicher Stellung. Sein König hatte sich bei vollem Brett bis nach g5 vorgewagt, aber es war nicht klar, ob er dort überhaupt unsicherer stand als der weiße König, der auf dem orthodoxeren Feld h1 ebenfalls Belästigungen durch Jens‘ Springer und Schwerfiguren ausgesetzt war. Es hätte noch ein faszinierendes Finale mit völlig offenem Ausgang werden können, aber da bereits alles entschieden war, einigte man sich bald auf ein Remis: 5:3.

Da parallel Königsspringer gegen die Schachfreunde ebenfalls mit 5:3 gewann und damit nach Brettpunkten vor uns liegt, belegen wir nun am Saisonende Platz 8 mit 7:11 Mannschafts- und 28,5 Brettpunkten – ein Mannschaftspunkt mehr und ein Brettpunkt weniger beim 7. Platz in der letzten Saison. 

Was lässt sich nun als Fazit dieser Saison festhalten?

Wieder einmal haben wir es entgegen aller Prognosen und Liga-Orakel geschafft die Klasse zu halten, obwohl wir in einer noch stärker besetzten Staffel sicherlich die Underdogs waren. Wesentlich dazu beigetragen haben ein Höchstmaß an mannschaftlicher Geschlossenheit – in sechs von neun Runden traten wir in Bestbesetzung an – und Motivation aller Mitspieler. Darüber hinaus ist die im Vergleich zur Vorsaison deutlich stabilere Punktausbeute an den mittleren und hinteren Brettern zu nennen, die sicherlich auch auf intensives Training zurückzuführen ist. Dafür noch mal vielen Dank an unseren unermüdlichen Trainer Jonathan Carlstedt!

Darüber hinaus bleibt noch festzuhalten, dass...

  • Björn der Held der Saison ist: Unvergessen bleibt seine horizontale Ein- und Aussteigetechnik in Jens‘ tiefergelegten Wagen mit Hexenschuss – absolut heroisch und ein Vorbild an Aufopferung für die Mannschaft!

  • Holger doch nur ein Mensch ist: Vier Niederlagen in einer Saison sind mehr als in den letzten 15 Jahren zusammen. Aber es macht irgendwie sympathisch

  • In der Oberliga eine „-9“ Stellung innerhalb von zwei Zügen zum Sieg kippen kann (Matzes Partien sind halt immer was Besonderes...)

  • Eine dreifache Stellungswiederholung nur dann zum Remis führt, wenn jeweils derselbe Spieler am Zug war

  • Die Bratkartoffel auch nicht mehr das ist, was sie mal war, und Spiegeleier nach Siegen besser schmecken als nach Niederlagen

  • Man Pastagerichte mit selbst mitgebrachtem Parmesankäse noch deutlich verfeinern kann

Insgesamt hat es wieder viel Spaß gemacht als Teil dieser Mannschaft in der Oberliga dabei zu sein, und ich freue mich schon auf die Neuauflage ab Herbst! (CR/08.05.17)


Das Foto zum Klassenerhalt:




Für nachfolgende Generationen: Das war die Mannschaft, die die Oberliga 16/17 als Achter beendete, Ungewürztes in einem Balkanrestaurant und griechisches Essen erfolgreich überstand (von links): Holger Hebbinghaus, Dr. Jeronimo Hawellek, Jan Hendrik Müller, Tobias Müller, Michael Hohlbein, Jens Diekmann, Christoph Rammé, Trainer: Jonathan Carlstedt und Matthias Peschke.


Ergebnis:

    SK Mamstorf 5-3 Agon Neumünster
1 1 Hebbinghaus,Holger ½-½ Parvanyan,Ashot 2397 2
2 2 Hawellek,Jeronimo,Dr. 1-0 Wulf von Moers,Jens 2183 3
3 3 Müller,Tobias ½-½ Menzel,Ralf 2178 5
4 4 Rammé,Christoph 1-0 Kopylov,Luba 2124 6
5 5 Müller,Jan Hendrik ½-½ Neumann,Joachim 2063 8
6 6 Hohlbein, Michael 1-0 Grohde,Wolfgang 2079 9
7 7 Diekmann,Jens ½-½ Maass,Joerg 2141 10
8 12 Peschke, Matthias 0-1 Parvanyan,Alfred 2099 13



Partien:

				
				
 

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