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Bezirkliga C 2017

Schachfreunde III - SK Marmstorf III 4:4

Donnerstag, den 16.02.2017
Spielort: SF Hamburg eV 1934, Gemeindehaus Horner Weg 17, 20535 Hamburg


Ein verdienter Mannschaftspunkt

Dieses Unentschieden hatten wir uns wahrlich verdient. Ich lobe mein Team für eine gute Einstellung und einen großen Kampfgeist an diesem Abend.

In der ersten beendeten Partie an diesem Abend konnten wir endlich den ersten Einzelsieg in dieser Saison feiern. Manfred, der mit seiner großartigen Leistung in der letzten Saison maßgeblich zum Aufstieg beisteuerte, schaffte es, uns den ersten ganzen Punkt einzufahren. Und das zu einem Zeitpunkt, der wichtig für die Moral war, um die Partien weiter ruhig zu halten und geduldig auf die Chancen warten zu können.

Markus hatte eine Partieanlage mit einem frühen Damentausch gewählt - oder es ist einfach so gekommen. Er stand die ganze Partie über recht komfortabel und hatte ab dem 16. Zug sogar einen Mehrbauern, der aber in dem frühzeitig beginnenden „Endspiel“ keinesfalls Garant für den Sieg war, sondern eher schnöden Mammon darstellte. Im 26. Zug entstand dann diese Stellung:

Eschweiler, Markus (1622-58)  – Schroeder, Tim (1758-59)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (3.1), 16.02.2017

Markus entschied sich hier (mit noch recht wenig Bedenkzeit für den Rest der immerhin 14 Züge) für den Zug 26. c5. Damit machte er die Stellung zu. Mittels 26. Sa4 hätte man dies zum einen vermeiden und zum anderen den Augenmerk auf die Schwäche im schwarzen Lager, dem Bauer b7, angehen können. Zumindest wäre hier noch für Unterhaltung gesorgt, wenn dafür die Zeit auch vorhanden gewesen wäre. Es folgte noch 26. … Sd7   27. Lc4+ und Remis.

Danach – so muss ich gestehen – habe ich die Reihenfolge der Ergebnisse nicht mehr ganz so im Blick gehabt. In meiner Partie zogen böse, dunkle Wolken an meinem Damenflügel auf, die mich bei korrekter Spielweise ziemlich nass gemacht hätten. So war ich gut beschäftigt und kann mich dennoch an das Remis von Lutz erinnern. Gesehen habe ich davon nicht viel, aber die nachträgliche Analyse der Partie zeigte mir Parallelen zur Partie von Markus auf. Zum einen befanden sich beide Spieler noch (obgleich zur fortgeschrittenen Zeit) bei einer Zugzahl, bis zu der mancher Schachspieler noch immer aus seinem (reichhaltigen) Eröffnungsschatz schöpft und eigentlich gar nicht nachdenken müsste. Zum anderen stand Lutz ebenso komfortabel wie Markus, also nicht nur gefühlt besser, sondern auch mit einem leichten räumlichen Plus. Und wie auch bei Markus erfolgte ganz nah zum Friedensschluss die Möglichkeit, die Spannung in der Stellung aufrecht zu halten, bzw. in dieser Partie erst so richtig aufzubauen.

Neelsen, Andreas (1768-38) – Meyer, Lutz (1698-65)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (3.4), 16.02.2017

Weiß hatte soeben 16. Da4+ gezogen. Lutz hatte zuvor seinen Springer sehr raumgreifend auf d3 platziert und sich zuvor die Öffnung der h-Linie gegönnt. Angesichts der weißen Bauernstruktur am Königsflügel nicht die schlechteste Idee. Die meisten werden sicherlich jetzt so wie Lutz gedacht haben und hätten wohl auch 16. … Dc6 gezogen. Ob man damit zeitgleich Remis anbietet, ist eine andere Frage. Interessanter Weise werden statt des Textzuges hier vorrangig 16. … Dd7 (den verstehe auch ich noch) als auch 16. … Ke7 (den würde ich eher nicht in Betracht ziehen) angeboten. Der Zweck ist bei beiden Zügen wohl gleich: Abtausch der Damen und zugleich den König ins Spiel bringen. Das damit die beiden Türme schnell verbunden werden können ist ein angenehmer Nebeneffekt. Nach möglichem 16. … Dd7 17. Dxd7 Kxd7 18. Sb3 Se7 kann Weiß eben nicht Td1 spielen, da der f2 hängt. Auch sonst ist Weiß schon in seinen Beweglichkeiten recht eingeschränkt. Daher nahm er wohl auch das Remisangebot flugs an.

Rolf spielte an Brett 8 eine starke Partie gegen einen nominell stärkeren Gegner. Sein Remis war sicherlich einer der entscheidenden Beiträge zum Mannschaftspunkt. Auf der Rückfahrt sagte Rolf noch, dass sein Gegenüber recht passiv gespielt habe. Nach Sicht der Partie kann ich dem zustimmen, führe das aber auch auf die beherzte aktive Spielweise von Rolf zurück, der mit den schwarzen Steinen den Weg nach vorne suchte. Dennoch war das Gleichgewicht in dieser Partie immer ausgeprägt vorhanden. Somit ging das Remis vollauf in Ordnung.

Neben mir steckte Uwe in Zeitnot, während ich mich inzwischen beruhigt meiner Partie widmen konnte. Ich blieb vom aufziehenden Unwetter verschont und ließ selbst einen Blitz in Form der Öffnung in der Mitte des Brettes (in der der König noch immer stand) einschlagen. Das dabei ein Bauer für mich abfiel, war offenbar ein Gastgeschenk. Aber auch ohne diesen wäre es für mich angenehmer geworden. In der nachfolgenden Stellung entschied ich mich (auch schon mit knapperer Bedenkzeit, aber weit von einer Zeitnot entfernt) intuitiv richtig und gab meinen Bauern wieder her.

Schweigert, Detlef (1760-45) - Barz, Stephan (1651-65)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (3.2), 16.02.2017

Ich überlegte nach dem letzten Zug 30. Dc2 gar nicht so richtig an 30. …c3+. Ich wollte die Kraft des Läufers gerne noch mit einer weiteren offenen Linie unterstützen. Da Weiß mitspielte, ging mein Plan auf: 30. … Kb8   31. Dxc4 Tc8 32. Dd3 hier hätte Weiß mit 32. Db5 noch anstrengend werden können. Aber wohl aufgrund der jüngsten Erfahrungen in der Partie zog er den Rückzug vor. Es folgte 32. … Sf6 33. b5 Se4+ 34. Lxe4 fxe4 und da die Luft in der Brettmitte urplötzlich dünn wurde, entschied sich Weiß (vielleicht auch mit Blick auf meine knappe Zeit) für das zweifelhafte 35. Lxa7+ welches humorlos mit 35. … Kxa7 36. De3+ Tc5 beantwortet wurde. 0:1 im 43. Zug.

Uwe ackerte sich in das Remis, was uns dann zum vierten Brettpunkt und zum ersten Mannschaftspunkt in dieser Saison brachte.

Aus den Partien von Michael und Gerhard durfte man getrost noch einen halben Punkt vermuten – zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Michael überzeugt einmal mehr durch einen guten Stellungsaufbau und auch sein Zeitmanagement war sehr gut. Dies konnte man auch mit Fug und Recht von Gerhard behaupten. Während Michael seine Partie dann leider durch die hartnäckige Weigerung zum Damentausch in gefährliche, statt ruhige Gewässer brachte, baute Gerhard seine Stellung gegen seinen in Zeitnot agierenden Gegner weiterhin aus. So kam meine Ansage „es steht 4:2 für uns“ bei dem einen (Michael) leider schon zu spät und bei dem anderen (Gerhard) zwar an, aber sein Gegenüber wußte ja auch, wie es steht. Nachdem Michael seine Partie aufgeben mußte, wurde bei Gerhard die zweite Lage Partieformulare gereicht. Zwischenzeitlich hatte der schwarze König im 41. Zug eine Wanderung von g8 nach b8 hinter sich und es entstand dann diese Stellung:

Dahle, Gerhard (1528-84)   – Haugwitz, Steffen (1675-46)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (3.5), 16.02.2017

Soeben hatte Schwarz den durch den Springer angegriffenen Turm von a5 nach b5 gezogen. Zwar stellt dies eine Drohung auf (ja, wer hängt denn da auf b2?), die sich aber leicht parieren lässt. Mittels 54. b4 soll Schwarz doch sehen, wie er gewinnen will. Gerhard entschied sich für das passivere 54. Td2 und sah sich dann 54. … d5 ausgesetzt. Es folgte die Öffnung der d-Linie, ein Turmtausch und danach wurde es immer später und später und die Zeit auf den Uhren immer weniger. Ich spreche Gerhard an dieser Stelle meine Achtung dafür aus, dass er sich diesen Herausforderungen immer noch stellt (in diesem Fall zwar eher stellen musste). Das dann nach knapp fünf Stunden ein Zug mal nicht mehr so passt, das passiert auch den ganz Großen. Insofern Pech am Ende und 0:1 im 76. Zug.

Wir hatten Glück in einigen Partien, andererseits standen wir auch in Partien besser, die dann auch ein besseres Ergebnis verdient hätten. Aber eben das muss man sich erkämpfen und genau diese Einstellung hatte ich an diesem Abend flächendeckend bewundert, auch wenn dies (noch) nicht immer belohnt wurde.

Das heißt aber nun nicht, dass wir uns auf die Leistung dieses Abends ausruhen können. Schon am nächsten Freitag kommt Kurt Kahrschs „legendäre Zehnte“, die dieses Jahr als 13. Mannschaft undercover spielt, zu uns nach Marmstorf. Wenn wir gegen diese HSK-Mannschaft eine ähnliche Performance wie gegen Schachfreunde aufbieten können, dann kann und sollte am Ende des Abends wieder etwas Zählbares im Kampf gegen den Abstieg heraus kommen. Allerdings ist die HSK-Mannschaft auch noch einmal ein Tick stärker als Schachfreunde. Insofern dämpfe ich die Erwartungshaltung an dieser Stelle und freue mich einfach auf den nächsten Freitag!

Stephan Barz (17.02.2017)


Ergebnis:

  Schachfreunde 3 4:4 SK Marmstorf III
1 23 Schroeder, Tim 1748 - 58 ½-½ Markus Eschweiler 24
2 24 Schweigert, Detlef 1783 - 44 0-1 Stephan Barz 25
3 25 Zippert, Georg 1766 -160 ½-½ Uwe Grove 26
4 26 Neelsen, Andreas 1768 - 38 ½-½ Lutz Meyer 27
5 27 Haugwitz, Steffen 1714 - 45 1-0 Gerhard Dahle 28
6 28 Kinsella, Kevin 1666 - 36 0-1 Manfred Grove 29
7 29 Eckert, Jaroslaw 1653 - 23 1-0 Michael Wadle 30
8 35 Meyer,Michael M 1615 - 87 ½-½ Rolf Klawitter 40



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