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Bezirksliga C 2017

Hamburger SK XIV - SK Marmstorf III 4½:3½

Freitag, den 31.03.2017
Spielort: HSK-Schachzentrum, Schellingstr. 41, 22089 Hamburg


Was war das?

Mit dieser Frage möchte ich die verschiedenen Geschehnisse an diesem Abend zusammen fassen und ich denke, ich treffe damit die Stimmung vieler Beteiligten.

 Bereits gegen Mittag die ersten Vorboten dieses merkwürdigen Tages: Michael hatte Stromausfall und wußte nicht, ob er das Chaos bis zum Abend beherrschen würde. Ich begab mich sofort auf die Suche nach Alternativen, aber da die Vierte parallel spielte und ich dort keinesfalls jemanden abziehen wollte, waren die Alternativen gering. Zum Glück gab Michael im Laufe des Nachmittags zu verstehen, dass sich das Chaos regeln ließ und er die Absicht hatte, abends Schach zu spielen.

 So traten wir denn zu acht an und trotz des Ersatzes von Markus und Familie Grove auch mit einer recht guten Truppe. Pech hatte allerdings mal wieder Rolf am achten Brett. Wie schon im ersten Mannschaftskampf bekam er einen deutlich stärkeren Gegner präsentiert und verlor schnell und chancenlos. Auf diesen Umstand hätten wir gerne verzichtet, aber er hatte auch einen positiven Effekt: Es gibt Bilder von diesem Mannschaftskampf.

Nachdem wir also rasch mit 0:1 zurück lagen folgte zur Sandmännchen-Zeit dann der erste „Aha-Effekt“. Lutz gab in leicht schlechterer Stellung seine Partie auf und verabschiedete sich nach Hause. Sein Gegenüber fragte sich sicherlich „Was war das“ und nahm den Punkt mit. Hier muss angemerkt werden, dass die Alternative ein kampfloser Punkt gewesen wäre.

An Brett 7 hatte Winfried in der Eröffnung zunächst einen Bauern eingestellt und verpasste zurück ins Spiel zu kommen.

 

Rammè, Winfried (1287-4) – Weber, Kian (1402-24)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (5.7), 31.03.2017

Schwarz hatte sich verlockender Weise zwei Bauern und die Qualität gegönnt. Problematisch sind für Schwarz hier aber gleich mehrere Dinge: Die offene e-Linie, der in der Mitte postierte und an der Rochade gehinderte König und die bessere Entwicklung von Weiß, die sich insbesondere durch die beiden Läufer sehr eingrenzend für Schwarz auswirkt. Daher wäre jetzt 12. Te1+ eine eigentlich folgerichtige und fast schon zwingende Fortsetzung gewesen. Winfried entschied sich leider dafür, mit seinem weißfeldrigen Läufer auf c6 (zu früh) zu schlagen. Nach eben erwähntem Te1+ und schon erzwungenem 12. … Le6 folgt nämlich 13. Dc2 und der materielle schwarze Vorteil ist nicht mehr viel wert, da die Drohungen auf die materielle Rückgewinnung (nämlich dann tatsächlich Lxc6) immens sind. Muss man aber auch erst einmal sehen. 0:1 im 31. Zug.

Michael fragte mich dann zwischenzeitlich, ob er Remis machen dürfe. Zu dem Zeitpunkt der Frage stimmte ich guten Gewissens zu, denn an Brett 7 würde es gleich zum 0:3 führen, an Brett 2 hatte Jörg eine Qualität weniger und es war keinesfalls zu sehen, dass wir noch ganze drei volle Punkte hätten holen können. Überdies war Michael nach seinem etwas ungewöhnlich verlaufendem Tag sicherlich nicht bis zur späten Stunde konzentriert und hatte leider in den vorherigen Partien stets spät seine Partien, die eigentlich immer mindestens Remis waren, irgendwie eingestellt. Ich konnte ja nicht ansatzweise ahnen, was sich noch so alles ereignen würde.

 Somit stand es 0,5 : 3,5 aus unserer Sicht und in vier Partien schickte sich die erste Zeitkontrolle an. An Brett 1 kam Andres ein bischen später zur Partie, aber er hatte dennoch mehr Bedenkzeit. An Brett 2 hatte Jörg die Qualität weniger, aber mehr Zeit und auch Raum auf dem Brett. Gewinnen konnte er dies dennoch nicht, das aber wollte Andi Albers gerne und lehnte das angebotene Remis vor der ersten Zeitkontrolle ab. An Brett 3 hatte ich ein wenig mehr Zeit als mein Gegenüber und eine leicht bessere Stellung. Einen Gewinnweg sah ich nicht und überlegte, wie es weiter gehen könnte. An Brett 5 hatte Gerhard die deutlich bessere Zeit. Stellungsmäßig war für beide Seiten Futter vorhanden. Unklar, was an diesem Brett passieren würde.

 Ich überlegte offenbar zu lange und ich merkte auch, dass da kein klarer Gedanke kam. Boriss, gegen den ich bereits letztes Jahr gespielt (und verloren) hatte, bot Remis und ich lehnte zunächst ab, um dann kurze Zeit später (als sich bei Andres alles Richtung Remis bewegte) doch anzunehmen, denn ich hatte inzwischen ebenso wenig Zeit auf der Uhr wie Boriss (beide etwa 8 Minuten für noch 13 Züge). Auch jetzt frage ich mich noch: „Was war das?“ als ich in dieser Stellung nichts mehr versuchen wollte/konnte:

 

Barz, Stephan (1651-65) – Garbers, Boriss (1615-64)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (5.3), 31.03.2017

Nach erstmals 23. Se3-d5+ folgte 23. … Kd8. Ich zog den Springer nochmals zurück nach 24. Se3 und Schwarz begnügte sich wiederum mit 24. … Ke7.

Der Plan besteht hier ganz klar im Vormarsch der Bauern auf dem Damenflügel. Das war mir klar (warum spiele ich also nicht weiter?), wußte aber nicht in welcher Reihenfolge hier zweckmäßig vorzugehen ist. Soll ich auf e6 tauschen oder nicht? Muss ich zuerst a4 oder c4 oder weder noch ziehen? Wie bekomme ich meinen schwarzfeldrigen Läufer ins Spiel? Geht d4? Droht mir etwas auf dem Königsflügel, wenn ich mich jetzt Richtung Damenflügel bewege? Kurzum: Mir fiel zum einen zu viel und zum anderen einfach nichts planvolles mehr ein und die Zeit kroch dahin und – das muss ich auch mal klar sagen – ich hatte an diesem Abend nicht den Arsch in der Hose das Ding durchzuziehen. Als Mannschaftsführer mit Vorbildfunktion ganz schlecht. Remis im 27. Zug.

Kurze Zeit später fand an Brett 1 der von mir bereits gesehene und unvermeidbare Friedensschluss statt. Andres stand zwar zwischenzeitlich recht aussichtsreich, aber wo war der Gewinn? Hier?

 

Peschke, Andres (1866-13) – Wolfram, Tom (1663-41)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (5.1), 31.03.2017


Schwarz hatte soeben 17. … Da5 gezogen und Andres erwiderte 18. Lc3. Erst in der heimischen Analyse fiel auf, das hier 18. Sxf7 mit Bauerngewinn geht.   Remis im 38. Zug.

 

Somit war der Drops gelutscht, denn es stand 1,5:4,5.

Jörg bot daraufhin nochmals Remis an. Zurecht, denn die Qualität die Andi mehr hatte wurde durch die aktivere Stellung von Jörg aufgewogen und es wäre nur unter Rückgabe der Qualität mit versuchtem Bauerngewinn ein Gewinn möglich. Diesen strebte Andi ebenfalls zurecht an, denn – wie er später anmerkte – der Mannschaftskampf war ja bereits gewonnen. Hätte ich alles verstanden, wenn Andi auch noch die Zeit dafür gehabt hätte. So aber fällt die Partie, die eigentlich Remis war, ebenfalls unter die Rubrik „Was war denn das?“.

Ich weiß nicht genau, ob es hier war, als Jörg Remis anbot, aber irgendwie um diese Zugzahl des 56. Zuges herum kam das zweite Remisangebot, welches Andi (bei 9 Minuten und Jörg bei 25 Minuten Restzeit sah) ablehnte:

 

Albers, Andreas – Thies, Jörg (1867-25)
GER - chT HH Bezirksliga C Hamburg (5.2), 31.03.2017

Gerhards Partie liegt mir leider (noch) nicht vor. Am Ende stand ein Endspiel mit beidseits K+D+T und einigen Bauern auf dem Brett. Beide Seiten hatten Drohungen, aber Gerhards Gegner die offensichtlich deutlich schlechtere Zeit. Was letztendlich zur Gerhards Gewinn führte ist für das Ergebnis aber nicht wichtig. Ich freue mich über den ganzen Punkt.

 

Was war das nun?

An den beiden unteren Brettern waren wir chancenlos. Oben konnten wir gegenhalten. In der Mitte war es ausgeglichen. Daraus resultiert dann eine knappe Niederlage.

Da wo wir nominelle Vorteile hatten (Brett 1 und 6) konnten wir nicht volle Punkte einfahren. Auch nur ein Weiß-Sieg ist zu wenig, um einen Mannschaftskampf zu gewinnen.

Nächste Woche kommt die (für mich) Überraschungsmannschaft von St. Pauli 6 zu uns. Danach haben wir noch die direkte Konkurrenz gegen den Abstieg, der stetig näher rückt.

Stephan Barz (31.03.2017)



Bildliches:

Winfried, Michael und Gerhard

Die ersten vier Bretter


Ergebnis:

    Hamburger SK XIV 4½:3½ SK Marmstorf III
1 131 Wolfram, Tom  1704 - 37 ½-½ Andres Peschke 22
2 132 Albers, Andreas 1914 -136 0-1 Jörg Thies 23
3 133 Garbers, Boriss 1635 - 63 ½-½ Stephan Barz 25
4 134 Chakhnovitch, Philip-C. 1743 - 17 1-0 Lutz Meyer 27
5 136 Ihlenfeldt, Felix 1664 - 26 0-1 Gerhard Dahle 28
6 137 Leinemann, Vivien Soph. 1561 - 38 ½-½ Michael Wadle 30
7 139 Weber, Kian 1330 - 21 1-0 Winfried Rammé 36
8 366 Chyzynski,David 1749 - 28 1-0 Rolf Klawitter 40




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