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Oberliga Nord Staffel Nord 2018/2019

SK Marmstorf - Schachfreunde HH 3½:4½

Sonntag, den 24.02.2019
Spielort:  Vereinshaus des SV GW Harburg - Langenbeker Weg 1c, 21077 Hamburg


 

SK Marmstorf – Schachfreunde HH 3,5:4,5

Mit den ersten Acht und wieder inklusive Tobi traten wir gegen die deutlich favorisierte Schachfreunde an, die mit Ausnahme ihres etatmäßigen dritten Bretts ebenfalls in Bestbesetzung antraten und sogar noch einige Schlachtenbummler mitgebracht hatten.

Jens stand nach eigener Aussage zunächst schlechter, konnte dann aber eine Ungenauigkeit seines Gegners nutzen, um auszugleichen. Remis.

Matze hatte mit einem schwachen Doppelbauern auf der c-Linie zu kämpfen. Laut Holger, der von der Partie mehr mitbekommen hat als der Schreiber dieser Zeilen, „war das am Ende aber noch das geringste Problem“. Der Rückstand.

Ich hatte mutig einen Bauern genommen und musste mich mit der Kompensation meines Gegners in Form eines Läuferpaars, Raumvorteil am Königsflügel und potenziell drohender taktischer Einschläge auseinandersetzen. Mein Computer schätzt diese Kompensation deutlich geringer ein als ich und rät dazu, normale Züge zu machen. Um Neutralisierung des Gegenspiels bemüht, tauschte ich hingegen Material ab und gab dabei den Bauern zurück – Remis.

Zu diesem Zeitpunkt sah der Kampf durchaus spannend aus; Jan Hendrik und Jeronimo hatten ansprechende Angriffsstellungen, während ich bei Michael zwei Bauern weniger zählte, Tobi unklar stand und bei Holger ein Remis wahrscheinlich erschien.

Leider verloren dann Michael und Tobi, wobei letztere Partie wohl der entscheidende Knackpunkt für den Mannschaftskampf war – laut Beobachtern, die mehr von der Partie mitbekommen haben als ich, war da wohl mehr drin. Schade!

Jan Hendrik gewann dann schön im Angriff; für mich sah das nach einer sauber vorgetragenen Partie aus.

Jeronimo spielte eine unübersichtliche Partie. Nach einer Neuerung im fünften Zug (!) zeigt der Computer nach dem sechsten Zug bereits eine Gewinnstellung für ihn an mit einem starken Bauern auf e6. Anschließend blinkt Stockfish nach nahezu jedem Zug fröhlich vor sich hin; beide Spieler standen mehrfach auf Gewinn, bis Jeronimo den in der Mitte stehen gebliebenen König schließlich mattsetzen konnte.

Damit 3:4 und es spielte noch Holger in einem Springerendspiel. Nachdem sein Gegner sich etwas geschwächt hatte, kam noch einmal ein wenig Hoffnung auf einen Mannschaftspunkt auf, letztlich reichte es trotz langem Kampf aber nur, um symbolisch einen Bauern zu gewinnen und am Ende pattzusetzen.

Damit insgesamt 3,5:4,5 – wacker geschlagen, aber eben leider doch verloren, wie schon so oft in dieser Saison. Als nächstes geht es in vier Wochen zur zweiten Mannschaft von St. Pauli. Zumindest der achte Platz ist theoretisch noch möglich. (CR/24.02.19)


Jagdszenen:

Wie Christoph schon richtig ausgeführt hat, war meine Partie unübersichtlich und voller außergewöhnlicher Motive, die sich für mich überwiegend erst durch die nachträgliche Computeranalyse erschlossen haben. Ein paar der schönsten (wenn auch nicht immer besten) Varianten, auf die ich dabei gestoßen bin, würde ich gern vorstellen.

Jeronimo Hawellek (2270) - Uwe Bokelbrink (2308)

Nach sechs Zügen zeigt mir der Rechner bereits das erste Mal eine Gewinnstellung an. Ich spielte hier 7. Lf4, weil ich annahm, dass ich verhindern müsse, dass Schwarz mit Dd6 und ggf. Lc8 den Bauern e6 einstreicht. Viel stärker ist aber 7.a4! Die Idee ist, dass nach der naheliegenden und typischen Antwort 7...a6 nicht nur der schwarze Königsflügel, sondern auch der Damenflügel lahmgelegt ist, weil sich Schwarz damit die Möglichkeit nimmt, den Springer über a6 nach c7 oder b4 zu entwickeln. Eine nicht ganz abwegige Computervariante geht danach wie folgt weiter: 8. Se4 g6 9. Sc5 Dc8 10. h4 Lg7 11. h5 f5 12. h6 Lf6 13. a5! (s. Diagramm)

Weiß hat nach 13 Zügen gerade einmal eine Figur entwickelt und seine Zeit ansonsten überwiegend mit Randbauernzügen verschwendet und steht dennoch total auf Gewinn. Wie verzweifelt die Lage für Schwarz ist, kann man daran erkennen, dass Stockfish hier Dd8 als besten Zug vorschlägt, um wenigstens noch einen Bauern für den Steher auf b7 zu erwischen und dann mit Weiß diesen noch nicht einmal schlägt, sondern einfach mit 14. Sf3 fortsetzt. Wer will schon den schönen d4-Bauern für so einen hässlichen Läufer aufgeben...

Nach einigen Höhen und Tiefen sind wir in beidseitiger Zeitnot angelangt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch 9 bzw. 10 Minuten für die verbleibenden 14 Züge. Im Nachhinein bin ich froh, dass mir hier nicht mehr Zeit verblieben war, denn ich fürchte, dass ich, auch wenn ich mich noch so tief in die Stellung hätte versenken können, der schachlichen Wahrheit nicht viel näher gekommen wäre. Ich entschied mich hier ziemlich spontan für 27. Sf2??, weil ich den Eindruck hatte, dass sich die Stellung danach vor allem wegen der Drohung 28.h6 ziemlich von selbst spielen sollte. Von sofortigem 27. h6 nahm ich Abstand, weil mir nach 27... gxh3 28. hxg7 Tg8 nicht klar war, wie ich fortsetzen soll, während der schwarze Angriff mit folgendem a3 oder c3 mir durchaus gefährlich erschien. Ich hätte kaum falscher liegen können. In der geschilderten Variante kann ich natürlich mit 29. Df4 (droht Matt auf f7) Txg7 30. Tf1 fortsetzen (s. Diagramm).

Dem drohenden Matt auf f8 könnte man nun nur mit 0-0-0 entkommen (das ist hier noch erlaubt), wodurch man aber nach 30. Db8 vom Regen in die Traufe käme.

Wenn wir zu 27. h6 zurückkehren, verlassen wir endgültig die Pfade, auf denen wir Erdlinge schachliche Fragestellungen lösen. Der deutlich beste Zug für Schwarz ist an dieser Stelle 27...0-0!. Dann ist 28.hxg7 nicht gut, weil Schwarz 28...Tf3 mit Tempo spielen kann. Anschließend ignoriert er den nun schon doppelt hängenden Springer auf h3 und führt stattdessen seinen Mattangriff am Damenflügel weiter. Spielbar wird diese Variante frü Weiß nur, wenn man 28. g6 einschaltet, um nach 28...hxg6 mit 29. hxg7 Tf3 30. Dg5 den Damentausch anstreben zu können. Noch ungewöhnlicher entwickeln sich die Varianten nach 28. Sf4 Lh8 29. g6 a3

Hier sollte man ja nicht 30.g7 spielen, denn nach 30... Lxg7 31. hxg7 Tf6 hätte sich Schwarz für nur eine Figur aller Sorgen am Königsflügel entledigt und würde wieder selbst Matt setzen. Richtig ist stattdessen 30. De4 (mit Mattdrohung auf h7), und nach 30... Df5 31. Dxf5 Txf5 32. g7 Lxg7 33. hxg7 b3! 34. bxa3 c3! gehen die Komplikationen unvermindert weiter.

In der Partie ging mein Gegner nach 27. Sf2 davon aus, dass er die Drohung h6 parieren müsse und spielte selbst 27...h6?? statt des gewinnversprechenden 27...a3. Glücklicherweise gelang es mir anschließend die auch nach Computermaßstäben besten Züge zu finden, so dass ich zehn Züge später mattsetzen konnte. (Jeronimo/26.02.)

 



Ergebnis:

  SK Marmstorf 3½-4½ Schachfreunde HH
1 1 Hebbinghaus, Holger 2302 ½-½ Sawatzki, Frank 2394 1
2 2 Hawellek, Jeronimo Dr. 2270 1-0 Bokelbrink, Uwe 2308 2
3 3 Rammé, Christoph 2157 ½-½ Hermesmann, Hans 2260 4
4 4 Müller, Jan Hendrik 2094 1-0 Ritscher, Jan-Paul Dr. 2249 5
5 5 Müller, Tobias 2111 0-1 Jaeckle, Marco 2225 6
6 6 Hohlbein, Michael 2122 0-1 Andersen, Jens 2145 7
7 7 Diekmann, Jens 2031 ½-½ Kull, Florian 2191 8
8 8 Peschke, Matthias 2001 0-1 Klünger, Marc Dr. 2198 9



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